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Laut griechischer Mythologie war die Medusa eine von drei Gorgonen, der schreckliches Leid angetan wurde, woraufhin sie sich in ein Mischwesen mit Schlangenhaar verwandelte. Ihre Opfer wurden zu Stein, - eine Tatsache, die der britische Regiedebütant Matthew B.C. vielleicht besser berücksichtigt hätte, als sich um die Belange von Nutten in einem Trailerpark zu kümmern.

Carly kehrt nach einiger Abwesenheit in die Wohnwagenanlage zurück, wo sie unter Zuhälter Jimmy und Nuttenmutter Val arbeitet. Bei einem Kunden wird sie während des Akts von einer Schlange gebissen und entwickelt danach merkwürdige Fähigkeiten. Als die Schlange etwas später eine menschliche Gestalt annimmt, wird das eigentliche Ziel ihrer Verwandlung offenbart…

Minimale Parallelen zur Grundthematik sind sogar zu erkennen, denn die Frauen in den Wohnwagen zählen nicht gerade zur elitären Erlauchtheit Englands und werden von den Freiern oft übel behandelt. Carly hat zudem ein Drogenproblem, den Absprung aus nicht näher durchleuchteten Gründen nicht geschafft und erhält nach dem Biss nach und nach Eigenschaften einer mörderischen Schlangengestalt.

Und das ist mal so richtig eindimensional umgesetzt, zumal sich das Vehikel deutlich mehr wie ein emotionsloses Sozialdrama anfühlt und lange Zeit nicht einmal Vorzeichen von Horror erkennen lässt. Nach dem Biss erfolgt die Metamorphose in langen Phasen, wobei etwaige Begleiterscheinungen wie Schlangenaugen und scharfe Eckzähne nur temporär zu sein scheinen. Die entsprechenden Opfer lassen sich bequem an einer Hand abzählen.

Immerhin gesellt sich noch ein wenig Body Horror hinzu, als jemandem die Gesichtshaut verätzt wird, Haut abziehbar ist und ein anderer einen kräftigen Biss in den Hals bekommt. Die wenigen Gewalteinlagen sind okay gestaltet und die Abteilung Make-up und Maske funktioniert recht makellos.

Der Rest der Low-Budget-Produktion bietet hingegen ein spannungsarmes Treiben mit vielen gestelzt wirkenden Dialogen, durch die Bank wenig überzeugenden Mimen und einen langweiligen Score, der sich den minimalistischen Geschehnissen auf der Wohnwagenanlage anpasst. Von Schauwerten oder gar einen überraschenden Auflösung ganz zu schweigen.

Insofern kann man sich den Schlangenquatsch sparen, der nur einmal mit einer echten Schlange hantiert, ansonsten weder die Ausbeuterproblematik ernsthaft angeht, noch mitreißende Racheakte zu inszenieren weiß. Der nahezu amateurhafte Look mit teils überstrapazierten Farbfiltern gibt dem lahmen Teil den Rest.
2,5 von 10

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