Review

Zwei Historiker suchen im Bayrischen Wald nach Überbleibseln des Zweiten Weltkriegs und werden des Nachts von seltsamen Gestalten in alten Wehrmachtuniformen niedergemeuchelt.
Zeit für unseren „Helden“ Nick Monroe in Erscheinung zu treten – CIA-Undercover-Agent von Beruf. Dieser reist, nachdem er in München einen alten Nazi-Arzt ausfindig gemacht hat, mit diesem an den Ort des Geschehens und deckt Schreckliches auf: DIE WEHRMACHT LEBT!
Ja, ein paar SS-Soldaten halten immer noch Stellung und verteidigen ihr Revier. Ihr Trick: „Gamma 693“ – ein Gas, das ewiges Leben verleiht, aber als Nebenwirkung eben auch unstillbaren Durst auf Gehirne auslöst…

Zombies – im Bayrischen Wald. Und dann auch noch Nazi-Zombies. Oder sind es Zombie-Nazis? …Nein nein, dann hätten sie sich ja, erst nachdem sie zu Zombies wurden, willentlich dazu entschlossen Nazis zu werden… Oder wie war das gleich?
Egal. NACHT DER ZOMBIES oder NIGHT OF THE WEHRMACHT ZOMBIES (wie ich ihn bevorzugt nenne) kann mit vielen Worten umschrieben werden, wie da wären: Schmarrn, Scheißdreck, Schnarchnase, Schuss in den Ofen, Beleidigung für den gesunden Menschenverstand…
Ein durch und durch beschissener Film also. Kann man echt nicht anders sagen.
Handlung schlecht, Effekte schlecht, alles schlecht. Scheint, als hätte Joel L. Reed („Bloodsucking Freaks“) mal wieder ganze Arbeit geleistet.

Aber kann der Streifen wenigstens mit ordentlicher Atmosphäre auftrumpfen?
– Nein, kann er nicht. Alles total langweilig und einschläfernd hier. Besonders diese nervigen 45 Minuten in München mit diesen völlig sinnlosen Aufnahmen vom Glockenspiel und der Frauenkirche – einfach nur zum Wegpennen.
Aber gibt’s wenigstens ordentlich Gedärme-Matsch?
– Nein, leider auch nicht. Das Höchste in Punkto Splatter ist ein Messer im Bauch.

Na, aber gibt es denn nicht, rein gar nichts Positives über diesen Stinkstiefel zu sagen?
– Nein. …Das heißt: DOCH! Von dieser „’Reichskristallnacht’ Of The Living Dead“ kann man nämlich so einiges lernen – Achtung, ich zitiere:
„Zombies… ähm, jedenfalls manche Zombies brauchen sogar unbedingt Sonnenschein und bevorzugen fette Menschen. (…) Es hat irgendetwas mit ihrem Fettgehalt zu tun.“
…Aha, wusst’ ich noch gar nicht.
Und was treiben diese Untoten hier sonst noch so außer schlecht geschminkt in der Gegend rumeiern?
Sie schreiben Briefe an Verwandte. Ballern ein bisschen rum. Oder rauchen Zigarette. Oder sitzen in geselliger Runde beisammen, erzählen sich versaute Witze und trinken Bier.
…Mhm. Ja, is’ mal was Neues.

Ihr seht schon: es geht mal wieder mächtig sinnlos zur Sache. So schlecht der Streifen auch ist, hält er für den geneigten Trash-Hasen doch zwei-drei saftige Schmankerl bereit, bei denen garantiert kein Auge trocken bleibt.
Zwar bei weitem nicht so lustig-doof wie „Blutrausch der Zombies“, „Die Hölle der Lebenden Toten“ oder „Samurai Cop“, fährt aber ganz klar auf derselben Schiene wie eben genannte IQ-Zero-Pfuschereien.
Und übertrifft bei weitem diesen neueren Streifen mit den Hitler-Werwolf-Zombies „Horrors Of War“.


„Susan, hast du den Angreifer gesehen?“
- „Es war ein Zombie.“
„Wie kommst du darauf?“
- „Sein Gesicht ist ganz grün gewesen.“



Zombies:
(+)(+)(+)(-)(-) – ihre Auftritte sind rar, dafür aber schon ziemlich, ziemlich witzig
Splatter:
(-)(-)(-)(-)(-)
Handlung / Logik:
(+)(-)(-)(-)(-)
Spannung:
(-)(-)(-)(-)(-)[(-)] – Sonder-Minuspunkt !
München:
(+)(+)(+)(-)(-)
Trash-Faktor:
(+)(+)(+)(+)(-)

Fazit:
So schlecht, dass man ihn einfach nur gern haben kann.
Gebt ihm eine Chance, dem armen dreibeinigen Köter. Auch wenn er das neue Sofa versaut und ständig vergisst, wie das mit der Hundeklappe funktioniert – er meint's doch wirklich nicht böse und kann halt irgendwie auch nix dafür, dass er so ein Depp is’.
„Heil Zombie!“, mehr sog i ned.

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