Review

Lieblicher Lückenfüller


Olaf ist einer der All-Time-Lieblinge, was Disney-Sidekicks angeht. In Deutschland durch Hape Kerkelings meisterhafter und ikonischer Interpretation sogar noch wesentlich krasser als sonstwo. Und nun bekommt er mit „Once Upon a Snowman“ seinen eigenen kurzen Film - und versucht zu beweisen, dass er diesen (zumindest ein paar Minuten) auch ganz alleine tragen kann. Erzählt wird von seiner kinetischen Achterbahnfahrt zwischen einzelnen Episoden des ersten Teils, wo man bisher nicht genau wusste, was der knuddelige Eisgeselle in dieser Zeit so getrieben hat...

Ein wenig erinnert Olafs sausiges, launiges Abenteuer inklusive Möhrensuche, etlichen auseinanderfallenden Körperteilen und einer Verfolgungsjagd mit den Wölfen, an die kurzen Abenteuer von Scrat in Ice Age. Und das ist nicht unbedingt abwertend gemeint. Olaf hat definitiv genug Fans, Charme und Daseinsberechtigung, damit man ihm diese sechs Minuten nicht übel nimmt. Man muss öfters schmunzeln, er bringt ein paar philosophische Töne mit ein (nur um diese dann im Handumdrehen süß zu umschiffen), die Eiswelt ist weiterhin optisch und akustisch atemberaubend. Allein wie sich der Schnee bewegt ist dermaßen echt und faszinierend, dass man sofort wieder weiß, warum Pixar noch immer das Nonplusultra ist. Doch trotz aller Sympathien die dem „Sommerliebhaber“ nur so zufliegen, kommt „Once Upon a Snowman“ für mich meist nur wie ein Pausenclown rüber. Einer, der Lücken schließt, die keiner Schließung bedurften, einer, der Hintergründe erklärt, die es nicht gebraucht hätte, einer, dessen Highlights sich wiedergekaut und wiederholt anfühlen. Im besten Fall eine kurzweilige Fingerübung. Nie mehr. Aber immerhin auch nicht weniger. Ein Add-On und „Behind The Scenes“ für ganz hartnäckige Anhänger Arendelles. 

Fazit: nur für „Frozen“-Hardcore-Fans - ein süßes, aber verzichtbares Mini-Denkmal für Olaf, den legendären Schneemann! Schmilzt nicht, kleckert nur ein wenig. 

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