Es fiel mir ein wenig schwer, dies zu schreiben. Dieser Film gehörte zweifellos zu meinen Favouriten als Jugendlicher mit ausgeprägtem Flugzeugfaible. Nun, knapp 10 Jahre später sitze ich hier und beurteile den Film mal mit etwas Distanz. Was von dem einstigen Glanzstück meiner Jugend bleibt, ist ein solides Stück Actionfilm, allerdings durchzogen von einigen markanten Schwächen.
Der Reihe nach – zuerst mal die Story im Allgemeinen: Doug Masters (Jason Gedrick) ist ein Jugendlicher, der mit einigen seiner Freunde eine Art Militärclub gegründet hat. Alle Mitglieder haben Eltern beim Militär, bzw. auf dem Militärstützpunkt, der die erste Hälfte des Films lang den Haupthandlungsort darstellt. Doug ist seines Zeichens selber aufstrebender Pilot, der später einmal in die Fusstapfen seines Vaters treten will, der General und Leiter der Fluggeschwader auf dem Stützpunkt ist. Zu seinen Bekannten gehört u. a. auch Col. Sinclair (Louis Gossett Junior), einen Kampfjetveteranen und Flugzeugmechaniker in Reserve.
Die erste Hälfte des Films plätschert ein wenig vor sich hin, weil dort mehr das Leben der Jugendlichen auf dem Stützpunkt im Mittelpunkt steht.
Dies ändert sich jedoch, als Doug’s Vater über einem Nahoststaat (der laut Militärkarte durchaus Lybien sein konnte, was jedoch niemals mit Namen erwähnt wird) abgeschossen und danach gefangen genommen wird. Er soll exekutiert werden, das Pentagon und die Militärführung reagiert (wie immer) träge, realitätsfern und nicht sonderlich motiviert, wegen einem einzelnen Mann einen Krieg anzufangen. (Was aber am Ende des Films keinen mehr wirklich interessiert…) Doug – fassungslos und verärgert – möchte seinen Vater in Eigenregie befreien und organisiert zusammen mit Col. Sinclair das „Ausleihen“ von Flugzeugen, Munition und Logistik in Form von Tricks und Computerhacks.
Ab hier gestaltet sich der Film etwas flotter, und endlich kommt auch durchgehend Action ins Spiel. Er fliegt hinab, fest überzeugt davon, den Bösen Anti-USA-gesinnten Schergen das Unheil in Form von Maverick-Raketen und seiner Vulcan Gatling Bordkanone zu bringen und seinen Vater aus deren Fängen zu befreien. Das die Handlung dabei über weite Strecken unrealistisch und überzogen ist (unendlich Munition und Raketen), wird noch nicht so viele Fans der 80er stören. Allerdings finden sich dann noch einige Logikfehler in der Handlung, wie z. B. der Umstand, dass der viel erfahrener Pilot Col. Sinclair gleich zu Mitte des Films abgeschossen wird und am Ende des Films ohne einen Kratzer wieder zu sehen ist, oder dass am Flugzeug z. T. keine Behälter und Waffen zu sehen sind, und trotzdem danach wieder ein halbes Dutzend Sidewinders an den Tragflächen hängen. Aber das Schlimmste in meinen Augen ist der furchtbare absolut Partiotismus. Aber das liegt wohl an der Epoche…
Optik: Durchwachsen, muss ich sagen. Die Kameraführung ist an für sich etwas höher als state-of-the-art und weiß über weite Strecken zu gefallen. Die Mischung aus Militär- und Teeniefeeling kommt gut rüber. Was ich persönlich nicht optimal finde: Es wurde relativ oft bei den Flugkampfszenen auf irgendwelche Archivaufnahmen zurückgegriffen, welche unterschiedlicher Qualität sind. Dies war beim 2. Teil wesentlich nahtloser und besser eingearbeitet. Hier wirkt es noch ein wenig holprig. Gelegentlich werden dezent Farbfilter zur Bildanpassung verwendet, ansonsten insgesamt Ok.
Sound/FX: Der Soundtrack ist einsame Spitze, und auch wenn er als typisch 80er Jahre charakterisiert werden kann, ist er abwechslungsreich, und enthält fetzige Stücke von bekannten Interpreten wie z. B. Queen. Die eigentliche Filmmusik ist durchschnittlich.
Fazit: Nicht schlecht, jedoch über weite Strecken Hausmannskost. Der Klassiker, den ich damals in Erinnerung hatte, gibt es also in dieser Form doch nicht. (Fazit: 5 von 10 Punkten)