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Teenage Top Gun

In dieser kindlichen Mixtur aus „Top Gun“ und „War Games“ versucht ein jugendliches Fliegerass seinen Vater aus der Gefangenschaft eines nordafrikanischen Schurkenstaates zu befreien. „Rambo II“ trifft U18-Leicht- bis -Schwachsinn… Nur in den 80s… Nur in den 80s…

War Games 2.0 - This Time For Real

„Iron Eagle“ ist ähnlich wie „Red Dawn“ oder „Monster Squad“ ein komplettes 80er-Vehikel. Die Sprüche fliegen frech und flott, die Düsenjäger ebenso. Der Soundtrack sitzt und wackelt nicht - mit James Brown, Twisted Sister und Tina Turner wird ein beachtliches Line-Up aufgefahren, das vielleicht am ehesten deutlich macht, dass es sich hier nicht nur um eine simple Kopie des Tom Cruise-Fliegerhits handeln sollte. Obwohl einige der größeren Titel gar nicht auf dem offiziellen Soundtrack enthalten sind - und selbst mit ihnen wäre man an sein großes Vorbild selbst in dieser Kategorie nicht ganz herangekommen. Und von der Flugaction, seinem Aufwand, seinen Stars und seinem Sinn will ich gar nicht anfangen. Dennoch hat „Iron Eagle“ mehr als nur seine Momente. Louis Gossett Jr. geht z.B. immer. Auch hier als Mentor, einzige Unterstützung am Himmel in der finalen Rettungsaktion und Freund von Vater sowie Sohn. Es ist kein Wunder, dass es zu mehreren Fortsetzungen kam und z.B. „Cobra Kai“ öfters auf das bescheuert-patriotische Spektakel Bezug nimmt - augenzwinkernd heutzutage versteht sich. Damals war das durchaus ernst gemeint, mit starkem Fokus auf Unterhaltung, „Ihr US-Teenager könnt alles schaffen, wenn ihr wollt“-Attitüde und adrenalintreibendem Rock-Pop-Brimborium. Allein solche Szenen und Collagen, wie wenn unser halbstarke Held und seine Clique mit billigsten Finten und Connections vom US-Militär und den Behörden die benötigten Infos ertricksen, gehen auf keine Kuhhaut. Rockte oder funktionierte zumindest aber damals. Und heutzutage aus etwas reflektierenderen Gründen irgendwie noch immer. Gerade was die Kämpfe und Einstellungen am Himmel angeht, sollte man aber natürlich kein „Top Gun: Maverick“ erwarten - hier gibt’s meistens nur Cockpits mit Greenscreen und weite Aufnahmen sowie krachende Explosionen, die fast auch Stock Footage sein könnten. Durch das unfassbar klischeehafte Feindbild, dümmliche Dialoge und unrealistische Fliegeraktionen hat „Iron Eagle“ aber so objektiv wie möglich gesehen natürlich zurecht seinen Ruf als „80er-Schund“ weg. Dass er gerade dadurch aber als comichaftes Zeitdokument Laune macht, kann und will ich aber nicht bestreiten. 

Fazit: auch wenn alle Zeichen auf Flop Gun deuten… irgendwie ist „Iron Eagle“ süß und ein bisschen unanfechtbar. Heute undenkbar, damals naivste Unterhaltung. 

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