Review

Macht Zuschauer zornig und lässt Stephen King rotieren...


Stephen King lieferte die Buchvorlage, Fritz Kiersch machte 1984 den Anfang. Danach folgten unzählige, gefühlt 100e Fortsetzungen, die nach und nach an Qualitäten vermissen liessen. Nichtsdestotrotz machte Erfolgsregisseur Kurt Wimmer, der mit Kinohits wie "Sphere" und dem Sci-Fi Knaller "Equilibrium" punkten konnte, keinen Hehl daraus, ein New-Remake des Originals zu drehen, äh pardon, wie sich später herausstellte, wohl doch ein Prequel zum 1984er Original. Wie dem auch sei, besser machte es das ganze nicht.

Nach dem Disaster in einer kleinen verschlafenen Stadt inmitten von Nebraska, bei der die Polizei eine Geiselnahme in einem Kinderheim zu beenden versuchte, mittels dem Einsatz von Kuhbetäubungsmittel! und 15 Kinder dabei sterben, nimmt das Grauen hier seinen Einzug. Die einzige überlebende des Ereignisses, die zehnjährige Eden (Anspielung auf das Paradies?) führt eine Schar Kinder an, um den hoffnungslos verlorenen Erwachsenen den Rang abzulaufen, die planen, die einzige Geldquelle der Stadt, nämlich die riesigen Maisfelder, einzuebnen. Dabei werden alle massakriert. Nur Boleyn Williams, die Tochter des Stadtvorsitzenden erkennt das Böse in den Killerkindern und stellt sich Ihnen entgegen. Doch eine noch bösartigere Kraft steht hinter den Kindern und die geht von den Maisfeldern aus.

Alles schon hundertfach gesehen und dabei doch keine neuen Erkenntnisse erlangt. Alles folgt dem immergleichen Strickmuster, mixt Supranaturalismus mit "Herr der Fliegen" Grundmustern. Das einzigste was dabei neu herausspringt, ist das Verheizen von immer neuen Erwachsenendarstellern. Aktuelle Fragen von Problematiken, wie entweder Umweltverschmutzung bishin dem Einsatz von Chemiekeulen a la Glyphosat, werden nur ansatzweise angeritzt und nie weiter verfolgt. Dazu reiht sich eine recht hauchdünne Story ein, die begleitet wird von dümmlich infantilen Dialogen. Der Film selbst, egal ob nun Remake oder Prequel, bleibt durchgehend, von Anfang bis zum unspektakulären Ende, stets blutleer und seelenlos, zumal ihm der Spirit des Originals weitgehend fehlt. Was Kurt Wimmer da geritten hat, weiss der Teufel; vielleicht ging er auch nur hinter den Reihen.

Die Story, die hauptsächlich um das kleine vorlaute Gör, diesmal ein Mädel anstatt eines Knaben,die vom Maishöllenfürsten verführt und manipuliert wurde, dreht und ihrer leichtgläubigen Satansbratenanhängerschaft, wurde hier nicht nur blass in Szene gesetzt, die Darsteller wirken zum grössten Teil überfordert und teils unglaubwürdig daherkommend. Immerhin mit ein paar netten Blutsequenzen aufgehübscht, da diese ja nicht fehlen dürfen und einem CGI Gestrüppmonster aufpoliert mündet die lahmarschige Kleinstadtterrorfarce in ein schnarchig ermüdendes Finale, das verhaltener nicht ausfallen hätte können. Ansonsten passiert hier zu selten etwas vernünftiges, zwischen aufrührerischem Gebaren, sowie neckischen Kinderritualen. Und der sichtlich gealterte Bruce Spence, wäre wohl auch besser im "Mad Max" Land aufgehoben. Denn dieses Teil sollte er besser aus seinem Lebenslauf verbannen. Einzig positiver Aspekt, den ich hier resümieren kann, ist vielleicht der Zickenkrieg zwischen der ambitionierten Elena Kampouris und dem kleinen Teufelsgör Kate Moyer. Ansonsten kalter Kaffee ohne Wachwirkung.

Unnötiger Nachschieber der eh schon ultralangen Reihe, die man genauso nötig hat, wie eine Maisallergie. Wimmer goes zu Massenprodukt von der Stange. Einfach nur eine handelsübliche und hanebüchene Blaupause von 1984 ohne Konzept, ohne Tiefe und Sogwirkung. Kann zu keiner Zeit überzeugen und fesseln. Kurzum: Braucht kein Mensch! Sorry Kurt Wimmer, das nächste mal klappt's vielleicht wieder.


Ist die FSK:18 Freigabe gerechtfertigt? Zwei,drei Goreeffekte machen noch keinen Erwachsenenfilm. Da hat man für FSK:16 auch schon mehr gesehen.Zumal das Original drastischer ausfiel und auch nur das blaue Siegel attestiert bekam.

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