Review

2001 Black Maniacs

„Spell“ versucht den „Black Horror“-Trend der letzten Jahre etwas aufzubrechen und anders zu interpretieren, vermischt gefühlt eher gewollt als gekonnt „Misery“ mit „Us“ mit „Antebellum“ mit übernatürlichen Elementen zu einem durchwachsenen, aber immerhin nie lahmen Mumbojumbo. Ein schwarzer, wohl situierter Geschäftsmann stürzt mit seiner Familie und dem kleinen Privatflugzeug ab. Auf dem Weg zur Beerdigung seines weißen Vaters in den Südstaaten. Als er nach dem Unfall aufwacht, ist er ans Bett gefesselt und umringt von einer seltsamen Sippschaft mit weirden Riten und Voodooanleihen… 


Letztes Jahr (oder war es schon dieses? Momentan verschwimmen Zeit und Raum etwas…) im Kino komplett untergegangen oder hierzulande gar nicht erst released, ist „Spell“ ein Unter-dem-Radar-Titel, den sich gutmütige Horrorheads durchaus mal anschauen können. Gerade wenn man auf Okkultes und nischigeres Black Cinema steht. Nach einem starken Beginn und den Möglichkeiten „schwarzen Horror“ und Backwoodterror gehörig auf den Kopf zu stellen, muss man zwar fast etwas ärgerlich in der zweiten Hälfte auf Stangenware im Kopf umschalten. Doch das ändert nichts an dem knusprigen Schocksnack, der er im Endeffekt bleibt. Es gibt eine richtig üble „Nagel-Fuß-Szene“, die sogar mehrfach köstlich ausgespielt wird. Der Hauptdarsteller spielt aufopferungsvoll, schmerzhaft und seine Figur bleibt durchgehend nachvollziehbar. Es gibt einige (unklare) Aussagen zur schwarzen Kultur und Geschichte in den Hinterwäldern Amerikas, über die es zumindest zu reden lohnt. Und als Genrebeitrag weiß er, dass er nicht allzu lange bleiben sollte, kurze sowie kurzweilige Unterhaltung bieten kann. Selbst wenn das mit den Voodoopuppen etwas simpel gelöst wird und auch hier mehr drin gewesen wäre. Gerade noch so ein okay von meiner Seite. 


Fazit: ein fiese Grundstimmung, eine ambivalente Haltung zum Thema „schwarze Vergangenheit“ und ein paar wirklich schmerzhafte Momentaufnahmen lassen „Spell“ ein minimales Stück aus dem Horrormorast herausgucken. Aber nicht allzu weit. Black History Month gone guilty pleasure wrong. 

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