Review
von Leimbacher-Mario
Minus und minus ergibt... geht so
08/Netflix - das könnte man zu „Holidate“ sagen, einer erstaunlich unmutigen, klischeehaften romantischen Komödie über zwei Single-Feiertagsmuffel, die einen Pakt schließen und sich jeden Feiertag, von Weihnachten über Muttertag bis Silvester, daten, um nicht alleine zu sein und weiterhin keine Verpflichtungen zu haben - und natürlich kommt es, wie es kommen muss...
Feiertage - für die einen familiäre und private Oasen. Für die anderen ätzende, nahezu deprimierende Kotzphasen. Vor allem für Singles und ohnehin eher depressive Leute strahlen Feste wie Weihnachten, Silvester oder der Valentinstag oft absoluten Grauen aus. Für diese nicht zu verachtende Zielgruppe eine passable RomCom zu erschaffen - das wär's doch. Und teilweise schreibt sich Netflix' „Holidate“ genau das auf die Fahnen - nur um dann vollständig einzubrechen und doch ausgetreteneren Pfaden zu folgen als der Weihnachtsmann höchstpersönlich. Emma Roberts ist heiss und höchstcharmant, auch ihr männlicher Gegenpart reizt hier sicher nicht mit Geizen, Witz und Talent. Zudem stimmt die Chemie zwischen den beiden und das Feiertagshopping irgendwo zwischen Kalendersprüchen und „Harry & Sally“ ist als Aufhänger mehr als solide. Leider lässt die hyperaktive und eher unkomische, oft gar cringy Umsetzung arg zu wünschen übrig. Viele Pointen verlaufen im Sand oder sind gar zum Kopfschütteln, das Ende ist ungesunder bis tödlicher Zucker pur, die sich ellenlang anzeichnende „Kehrtwende“ in seiner Einstellung kommt nicht plötzlich, alles wirkt von Beginn an halbherzig und nicht konsequent und clever genug. Für mich ist das ein Kaufland-DVD-Film - nur eben auf Netflix und mit zwei ansehnlichen Zugpferden. An Silvester oder einem verregneten Sonntag komplett ohne Ansprüche geht das noch okay - insgesamt jedoch niemals ein grüner Daumen hoch. Egal wie fein ich Frau Roberts finde. Lieber nochmal „Isn't It Romantic“ gucken.
Fazit: eine Möchtegern-Anti-RomCom, die dann doch genau in die gleichen Trittlöcher läuft wie der generischste Durchschnitt seiner Gattung, zudem auch weder allzu rührend noch witzig ist. Und unnötig vulgäre Witze nerven hier mit der Zeit auch enorm, wirken deplatziert und verzweifelt. Bei den beiden charmanten Leads hat man sich zu bedanken, dass die Chose doch noch ihre Momente hat und nicht absäuft.