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Einer von zwei 'tierisch' angehauchten und thematisch damit leicht ähnlichen Komödien aus Südkorea von Anfang des Jahres, die beide auch kurz vor dem Ausbruch der Covid19-Pandemie im Lande noch in die Lichtspielhäuser gelangt sind und dort moderate Ergebnisse zumindest eingefahren haben, aufgrund bereits bestehender Unruhe beim normalerweise Unterhaltungsangeboten nicht abschlagenden Publikum allerdings keine hervorstechenden Ergebnisse. Der andere Teilnehmer Secret Zoo hat dabei die 'Gunst' der Stunde vermehrt für sich genutzt und hatte auch das Glück, als Feel Good Event Verkäufe in das Ausland, bspw. auch nach Deutschland generiert zu haben und dort (ab der schrittweisen Eröffnung der Kinos hierzulande) auch als Neustart auf großen Leinwänden gespielt worden zu sein. Mr. Zoo scheint durch eine Verbindung auch mit kleineren Actionszenen und einem Agenten- oder Spionageplot als Rahmen theoretisch eigentlich global attraktiver gewesen zu sein:

Als der Top National Security Agent Joo Tae-joo [ Lee Sung-min ] bei dem Auftrag scheitert, die feierliche Übergabe eines Pandas einer chinesischen Delegation zu beschützen und das nicht nur wertvolle, sondern symbolträchtige 'Maskottchen' von den Terroisdten um Dimitry [ David Lee McInnis ] entführt und er selber am Kopf verletzt wird, entdeckt er in all dem Schlamassel plötzlich ungeahnte Fähigkeiten. Joo, erklärter Tierhasser, kann plötzlich mit diesen kommunizieren, sehr zum Unglauben nicht nur seiner direkten Vorgesetzten Min Soo-hee [ Kim Seo-hyung ], und nutzt dieses Talent, um mit einem ausgedienten Militärhund (und weiterer tatkräftiger Hilfe aus der Fauna, sowie seinem letzten treuen Gehilfen Man-sik [ Bae Jung-nam ] zur Freilassung des Pandas zu schreiten.

Der Tag fängt erst gut an, wird dann schlecht und geht von dorrtan abwärts. Der Film fängt erst schlecht an, mit einem Establing Shot wie aus Hollywood von Turteltaub und Minkoff, einem Score von dort auch noch, dem Hollywood der Neunziger, der Musik von Danny Elfman, der Eröffnung mit einem Mann im edlen Loft, der erst Frühsport macht wie jeden sonstigen Tag auch und dann das qualitativ hochwertige Müsli dazu isst und später aus einer Kollektion von einem Dutzend Uhren und mindestens genauso vielen piekfeinen Anzügen das Accessoire für die nächsten Stunden auswählt. Die Witze sind eingangs peinlich – die Pinkelszene mit dem Mops im Fahrstuhl –, auch der Kollegentrietz beim Schießtraining ist eher albern und wirkt seltsam steif und infantil und unmotiviert.

Die Phobie der Hauptfigur gegenüber den tierischen Zwei- und Vierbeinern und Angst und Ablehnung bis Abscheu gegenüber alles, was Fell und Pfoten hat, wird hier exaltiert ausgedrückt, mit Grimassen und Körpersprache, die auf den reinen Slapstick zielt, eine Rowan Atkinson-Pose und damit noch ein Relikt der Neunziger Jahre; wäre nicht ein gewisser technischer Fortschritt in der Ausstattung hier und eine konkrete Zeitangabe mit einem Vierteljahrhundert seit dem Beginn der chinesisch-koreanischen Kontaktaufnahme, täte man eine Konservierung von Anno Dunnemals vor sich zu haben glauben und ein Werk aus dem Giftschrank, seitdem verschlossen und nun re-aktiviert. Die Terroristen schießen mit Rauchbomben und Betäubungspfeilen und bekommen dadurch und eine Verkleidung den gesamten Secret Serviece ausgetrickst.

Besser wird das Ganze bei dem Unfall, der das neue Kommunikationsvermögen des Agenten auslöst, und bei dessen folgender Interaktion mit den Tieren sowie der eigentlichen Mission, die noch bzw. wieder im Zoo selber mit einem Gag auch Richtung Secret Zoo zu Buche schlägt – einer der Mitarbeiter verkleidet sich nur als Panda, damit der Verlust nicht auffällt, und gerät dann noch selbstverschuldet in Brand, immer noch im Kostüm – und anschließend v.a. mit der Partnerschaft zu dem Deutschen Schäferhund (der erstmal den Kühlschrank ausräumt und die Wohnung verwüstet) und so der Erweiterung zu einem Buddy Picture, inklusive einem emotionalen Unterbau in Form einer Rückblende zur früheren Besitzerin und Trainerin des Hundes gewinnt. Der Gimmick mit dem Verständnis der Tiersprache ist natürlich ein alter Hebel zum Ansetzen für allerlei Komik, wird hier aber auch meist in ebenso archaischen Witzen dargereicht, in denen die Tiere selber übrigens eher feindlich oder aggressiv gegenüber den Menschen eingestellt sind. Die Effekte sind recht gut, hollywood-like quasi, wenn man schon bei dem Vergleich angelangt ist, retten tut es hier etwas der Homo Sapiens in der Hauptrolle, der tatsächlich als guter Schauspieler bekannt und gerade auch zuletzt in so manchen prägnanten Rollen wie The Beast oder The Man Standing Next zur Hochform aufgelaufen ist.

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