Das Sleaze-/Exploitation-Kino musste sich öfters den Vorwurf gefallen lassen, frauenfeindlich zu sein. In "Leslie Abigail - Ich will immer" dreht Regisseur Joseph W. Sarno den Spieß um und lässt seine Hauptprotagonistin in der miefigen Kleinstadt Baypoint einigen Staub aufwirbeln, sprich: die dortigen Spießbürger dazu zu bringen, ihre geheimen Wünsche auszuleben.
Zu anfangs ist der Streifen noch ziemlich dialoglastig und fad. Man hat das Gefühl, in einer Folge von "Desperate Housewives" gelandet zu sein, denn ständig ist von tiefgreifender Gefühlsduselei oder schwierigen zwischenmenschlichen Beziehungen die Rede. Tritt aber erstmal besagte Leslie Abigail in Aktion, bleibt kein Auge mehr trocken: Jede treibt´s mit jedem/r - ob die Frauen untereinander, mit den Männer, zu zweit, zu dritt, zu viert... Die Anspielungen aufs Kleinbürgertum bleiben irgendwann mal völlig auf der Strecke, solange nur ordentlich gevögelt wird... Am Ende ist "Leslie Abigail" nichts als ein Porno ohne Genitalien. Zwar sind die Damen nicht besonders attraktiv anzusehen, dafür gibt´s aber eine regelrechte Dauerbeschallung an horizontaler Action.
Die Darstellerinnen kommen alle aus dem Sex-/Sleaze-Genre, mit Jamie Gillis und Eric Edwards hat Sarno zudem zwei hochverdiente Porno-Recken am Start. Nicht zu vergessen Sonny Landham, der wohl als einer der Wenigen den Sprung vom XXX-Bereich in den Mainstream (u.a. "Predator") geschafft hat. Der Regisseur selbst bleibt seinen Leisten treu, hat aber zusätzlich einpaar richtig schön malerisch-melancholische Ort- und Landschaftbilder eingefangen.
Fazit: Sehenswerter Ami-Sleaze von Meister Sarno. 8 von 10 Punkten.