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Manchmal hat man eben nur eine gewisse, mittelmäßige Idee für einen Film und doch ist jemand bereit, dafür ein halbwegs funktionierendes Budget auszuspucken. Das ist höchst seltsam, wenn sich schon der Entwurf oder das Drehbuch nicht als sonderlich interessant, gewitzt, blutig oder rasant herausstellen, aber es gibt ja Steuersparmodelle oder die Idee, dass man den Horrorinteressenten eh den letzten Scheiß noch als heiss verkaufen kann.

„One Last Call“ kommt dann dementsprechend auch hauptsächlich mit seinem Castingcoup um die Ecke, nämlich „Saw“-Häcksler Tobin Bell und die in allerlei Geisterfranchise vielberufene Lin Shaye in einem Film zu versammeln. Und dieses Asset dann schnell zu versemmeln.

Denn gute Namen machen noch keinen guten Film aus und da wir es mit einem Moralstück rund um böse Teenager zu tun haben, stehen diese natürlich im Vordergrund und die bekannten Gesichter…naja, die tauchen halt mal auf.

Immerhin versuchen es die Macher mit einer Zeitreise ins Jahr 1987, wobei dieser Zeitsprung nicht wirklich Sinn macht, außer man möchte auf Smartphones verzichten, was aber hier auch kein Problem gewesen wäre. Das Lokalkolorot der 80er ist maximal am Rande erhältlich, fällt also ohne spezielle Erwähnung eigentlich gar nicht auf. In Sachen Plot haben wir das "new kid in town“, welches ein paar Bekanntschaften schließt, die sich als recht fatal erweisen, denn die drei einheimischen Teile seiner „peer group“ quälen gern mal eine örtliche Nachbarin. Diese, dargestellt von Shaye, soll die kleine Schwester der schnieken Tonya ermordet haben, was aber niemand beweisen kann. Also stellen sich die Teens häufiger vors Haus, brüllen ein paar Schmähungen und werfen einen Stein. Das ist belastend genug, dass sich die alte Dame schließlich tunlichst erhängt!

Im Anschluss kontaktiert ihr nun verwitweter Gatte (ja klar: Bell) die Teenager und bietet ihnen eine beachtliche Menge Kohle, wenn sie eine Minute lang einen Anruf seiner Frau aus dem Grab/Totenreich „durchhalten“. Natürlich ist es dann doch nicht ganz so einfach…

…denn jeder Anruf schickt einen des Quartetts durch seine ganz persönliche Hölle, was sicher noch interessanter geraten wäre, wenn sich eine davon nicht auch noch wiederholen würde und das Meiste davon nicht nur durch Farbfilter und wallende Baustoffe samt wild schwenkender Kamera erzeugt worden wäre.

Das Ganze ist zwar nett inszeniert, aber weder aufregend noch abwechslungsreich und die Gruselvisionen lassen schon bald einen Blick auf die Uhr werfen. Shaye hat nur ein, zwei kurze Auftritte und Bell hört man mehr im Hintergrund ominös herumschwadronieren und langsam vor sich hindräuen, als an der zweiten Filmhälfte wirklich teilzunehmen.

Die Jungdarsteller sind allesamt von der Sorte, dass man sie schon während des Films wieder vergessen hat, wobei sich Erin Sanders anfangs wenigstens noch den Anschein gibt, als „wild bad girl“ etwas Glanz in die Hütte zu bringen, aber dann auch schon bald vor dem faden Skript kapitulieren muss. Zum guten Schluss gibt es dann natürlich noch zwei relativ schwache Twists, die jetzt auch keine wirklichen Aha-Effekte produzieren. Aber alles in allem ist „The Call“ (so der OT) ein eher belangloser Mysteryhorror für Allesschauer, die nicht allzu große Ansprüche an Originalität oder Raffinesse stellen. Oder für alle noch aus den 80ern Gestählten: ein öder Käse! (3/10)







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