Review

Eine Schnulze über das Geld


Einen Film über die aktuelle Pandemie? Mit nochmal deutlich übersteigerter und fortgesponnener Geschichte? In der die USA schon Jahre im Lockdown sind, der Virus sich tödlicher und böser weiterentwickelt hat? Will man das sehen? Oder ist das nur ein verabscheuungswürdiger Cashgrab und die Gier der Macher selbst solche weltweiten Katastrophen mit immer weiter ansteigender Anzahl an Todesopfern zu Geld zu machen? Und könnte man das dem langsam verzweifelnden und täglich mehr Schulden machenden Hollywood überhaupt verübeln? Und warum machen so viele tolle Stars bei einem solchen Projekt mit? Langeweile daheim? 

Alles Fragen, die mir bei dem spürbar von Michael Bay produzierten „Songbird“ durch den Kopf gingen. Denn über die Geschichte an sich und nahezu alle Figuren gab es erstaunlich wenig nachzudenken... „Songbird“ ist kein guter Film und kaum der Rede wert. Es wundert doppelt und dreifach nicht, warum er (bisher) trotz der höchstaktuellen Thematik und vielen berühmten Namen kaum Wellen schlägt. Gerade einmal 80 Minuten lang, voller Soapdialoge und Logiklöchern, voller Behilfstwists und uninteressanter Nebenplots, voller attraktiver, aber wenig begabter Jungstars. Ok, auch Alexandra Daddario, das kann ich keinem Film übel nehmen. Aber der Rest dieses schnell zusammengeschusterten Katastrophenreissers zwischen „Contagion“ und „The Purge“ gleicht eher einem Omelette statt einem ausgewachsenen Thriller. Lächerlich über peinlich bis langweilig (und das muss man bei dem Tempo und der Laufzeit erstmal schaffen!), oft auch Richtung moralisch eher unappetitlich und unangemessen dem Thema, der aktuellen Situation und den Millionen Toten gegenüber. Aber die meiste Zeit einfach nur öde und weder eine Empfehlung noch einen totalen Verriss wert. Unauffällig. Also genau das Gegenteil, von dem was man wohl sein wollte... 

Fazit: aktuell, spontan, warnend, kreativ und bedrohlich? Oder eher gierig, hektisch, dumm, flach und fragwürdig? Ich tendiere bei „Songbird“ deutlich zu Letzterem. Vor allem durch ein unfassbar stupides Drehbuch mit Dümmstdialogen. Da ist die ganz reale Welt (leider) wesentlich spannender, erschreckender und fieser... Kann man stecken lassen. 

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