Stellt man keine besonderen Ansprüche an das Niveau und kann im Gegenzug auch an geradliniger, zuweilen doch heftig unrealistischer Krawumm-Action seinen Spass haben, so ist John Glens "Asse der stählernen Adler" eine garnicht so schlechte Wahl. Der Inhalt lässt sich prompt in einem Satz zusammenfassen: Fliegerasse aus dem 2. Weltkrieg, die natürlich auch einen Verräter in den eigenen Reihen aufspüren, machen mit ihren fliegenden Oldtimern vom Typ Spitfire, Lightning, Messerschmidt und Zero ein hoch gerüstetes Drogenkartell platt.
Mit Louis Gossett Jr., Horst Buchholz (mittlerweile verstorben) und Sonny Chiba ziemlich prominent besetzt, machen die "Asse" ihrem Namen schließlich im Luftkampf gegen weit überlegene Maschienen auch alle Ehre, sogar Kamikaze darf hierbei geflogen werden. Auch am Boden krachts ordentlich und der Zuschauer wird mit beeindruckenden Handmade-Explosionen sowie ehenswerten Schusswechseln verwöhnt. Selbstverständlich wird das Drogenlager zusätzlich noch mit reichlich lasergelenkten Raketen, abgefeuert von den hochgerüsteten WW2-Oldtimern, eingedeckt, so daß garantiert kein Stein auf dem anderen bleibt.
Besagte Weltkriegsflieger sind es letztlich zudem, die die explosive Action von "Asse der stählernen Adler" etwas vom üblichen Genreeinerlei abheben und den Film für den Genrefan interessant machen. Wer Messerschmidts und Spitfires in Aktion sehen will, kann neben den CGI-Effekten eines "Pearl Harbor" sonst schließlich fast nur auf die bekannte "Luftschlacht um England" zurückgreifen. Die den Assen hier als Endgegenger entgegentretende Me263 hat es allerdings so nicht gegeben. Regisseur Glen zeigt leider ein Fantasieflugzeug, die echte (Prototyp)-Me263 sah ihrem kompakt gebauten Vorgängermodell, dem ersten Raketenabfangjäger der Welt Me163 "Komet", doch recht ähnlich und kann somit nicht verwechselt werden.
Schade, daß bei den "Assen" in der ersten Filmhälfte recht wenig los ist: Etwas Geplänkel mit Gangstern, etwas Flugshow, etwas Einsatzvorbereitung - nicht wirklich allzu spannend. Die actionreiche zweite Hälfte entschädigt aber für vieles und macht auch die bisweile extrem klischeehafte Story halbwegs vergessen. Actionfans dürfen zuschlagen und mitfeiern, wenn mal eben mit herkömmlicher Alufolie ein Feindflieger zum Absturz gebracht wird!