Vergleichsweise noch oder wieder eher im breiten Mainstream angesiedelte Verwechslungskomödie vom damit erfahrenen Team als F. J. Gottlieb als Regisseur und Erich Tomek (unter Synonym) als Drehbuchautor; eine Paarung, die sich Anfang der Siebziger schon sehr erfolgreich damit ausgetobt hat, in der Mitte des turbulenten Jahrzehntes aber zunehmend schlüpfrig wurde und getreu der damals angesagten Sexwelle auch vermehrt in die Kategorie der Filme mit dem Regenmantel und dem Bahnhofskino, wie bspw. Sylvia im Reich der Wollust (1977) oder Hurra - Die Schwedinnen sind da (1978) überging. Popcorn und Himbeereis selber führt die Tradition des deutschen Klamauks am Wörthersee mit einigen aktuell gefragten Stars oder doch eher Sternchen fort; immerhin sind die beiden Mädels im Zentrum der Handlung ganz hübsch, darstellerisch nicht unbegabt und voller sympathisch lebendigen Spiel, auch die Jungs machen ihre Sache ordentlich und stören nicht. Das späte Herstellungsjahr längst nach dem Abklingen derlei Werke und dem Tod des lokalen Heimatfilmes verstört anfangs eher, allerdings muss der 'Besucherandrang' von ca. 575.000 Leuten ausgereicht haben, um anschließend noch gemeinsam Sunnyboy und Sugarbaby (1979) und Zärtlich, aber frech wie Oskar (1980) auf den Weg zu bringen:
Die bei kika-möbel München angestellte Vivi Berger [ Olivia Pascal ] soll kurz vor den Betriebsferien 17.000 DM Erlös zur Bank bringen und quittieren lassen, lässt sich die Aufgabe aber von ihrer Freundin Bea [ Gesa Thoma ] abschwatzen, die das Geld auch prompt während eines Liebesspiels mit ihrem Freund, dem vermeintlichen Juniorchef von kika-möbel und tatsächlichen Lagerverwalter Bob Fischer [ Karl-Heinz Maslo ] in einer der Matratzen des Geschäftes verliert. Dummerweise wurden kurz darauf auch mehrere Betten von Bobby Hanssen [ Benny Schnier ], dem tatsächlichen Sohn vom Firmenchef als Eilbeförderung an den Wörthersee in das Hotel von Alexander Zavanitti [ Alexander Grill ] und Frau Margot [ Margarete Kuske ] gebracht, sodass die beiden Mädels nachreisen, um vor Ort auf die Suche nach dem verlorenen Geld zu gehen. Bald bekommen sie Unterstützung vom Aushilfskellner Jonny [ Zachi Noy ], der als Jungfrau wiederum mit der vollbusigen Pamela [ Dolly Dollar ] geschlagen ist.
Dass sich die Zeiten hier verändert haben, selbst die kurze Spanne zu den letzten 'richtigen' Wörthersee-Filmen mit Roy Black kaum mehr als fünf Jahre her ist und so nur ein halbes, aber trotzdem ein ewiges Jahrzehnt sieht man bereits beim Vorspann, der sich in den Castangaben an ein gänzlich anderes Publikum wendet, mit Namen, die gerade jetzt und auch nur für einen kurzen Augenblick gefragt und bald auch nimmer. Ein aktueller Popsong mit Schlagerallüren als Titelsong, ein Drei-Minuten-Hit quasi, den nun keiner mehr kennt, und eine Kamera, die bei der jungen Fahrradfahrenden Frau gerne mal auf dem Oberkörper verweilt und im Schritt. Die Jeans eng, die Bluse locker, das Haar offen und verlockend, die gesamte Jugend hier sowieso nur auf das Eine ausgerichtet und auf viel Spaß, gerne auch körperlicher Natur eingestellt.
Die ersten zehn Minuten verwendet das eingespielte Team hinter der Kamera dafür, ihrem 'Frischfleisch' davor die entsprechende Story zu stricken; eine Erzählung voll mit Ereignissen, die getreu des Genres ein Verwechslung- und Verwirrungsplot stricken, welcher auch die Ortsveränderung aus München raus und in die traditionelle Wirkungsstätte nach Kärnten erklärt. Wichtig natürlich auch die Nackedeiszenen, von denen man anfangs schon einige Andeutungen, ein bestenfalls durchsichtiges T-Shirt und ein unterbrochenes Schäferstündchen mit gelupfter Bluse als Appetizer bekommt. Opas Kino trifft auf die Sexschmonzetten und modernen Teeniekomödien, eine todsichere Mischung, möchte man meinen, oder doch nicht?
Vor allem auch verbal wird ordentlich vom Leder gezogen (“Hey, bumst du die alle beide?“ oder auch das schöne “Ach, ihr süßen kleinen Säue. Ich liebe eure Brüste, eure Ärschlein, eure...“) und sich ansonsten nach und nach der Kleidung entledigt, bei einer unfreiwilligen Peepshow oder gemeinsamen Duschszenen dem Zeitgeist der Freizügigkeit, der exhibitionistischen Zeigelust gefrönt und dem Wolligen der Sinne hingegeben. Humoristisch auf dem letzten Stand der Dinge, also von der Sorte Wortwitz eher niedrig bis teils auch offensiv oder gar aggressiv dem Gegenüber betreffend angelegt, dazu einige Gastauftritte der älteren Generation um Herbert Fux oder Rosl Mayr, die wie beim Fux in einer Prügelsequenz aus einem schlechten Spencer/Hill seltsam außen vor sind und deren Szenen auch einzeln für sich betrachtet nicht immer wirklich Sinn ergeben. Ein Nebenplot mit Bea Fiedler als im Dienst strenger, in der Freizeit sehr freizügiger Politesse ist nur für einige weitere Details der weiblichen Anatomie dar und wirkt zuweilen (nicht durch die Darstellerin, sondern dem Drehbuch von Tomek und der Inszenierung) recht schmierig.