Review

Achtung! Die folgende Rezi kann Spuren von Ironie und/oder Sarkasmus enthalten. Wer sie findet, darf sie behalten.

Jessas! Da gibt die Vivi (Olivia Pascal) ihrer besten Freundin Bea (Gesa Gabor) mal eben die Tüte mit den 17.000 Mark Firmengeld, damit die Bea es bei der Bank aufs Firmenkonto einzahlt, weil die Bea die Vivi gebeten hat, mit ihrem Freund (als Beas Freund, nicht Vivis) Schluss zu machen & was passiert? Die Bea wird abgelenkt & macht mit ihrem neuen Lover im Bettenlager rum, woraufhin die Tüte unter die Matratze des Bettes rutscht. Kurz darauf werden mehrere Betten verladen (darunter natürlich auch das eine mit der Kohle) & ausgeliefert Richtung Klagenfurt, in ein Nonnenkloster, in ein Krankenhaus & in ein Hotel am Wörthersee.

Vivi & Bea also flugs hinterher. Im Zug lernen sie Jonny (Zachi Noy) & Otto Bronzky (Walter Kraus) kennen, deren Ziel ebenfalls das besagte Hotel am Wörthersee ist, der eine, um dort zu malochen, der andere, um dort einen schönen Urlaub zu verbringen. Und was macht der Otto? Der Otto steuert so ganz nebenbei den besten Gag des Films bei, als er sich im Abteil eine Zigarre anzündet & auf die hustende Beschwerde "Hier ist aber Nichtraucher!" süffisant antwortet: "Sie müssen ja auch nicht rauchen, Fräulein." Was haben wir gelacht! Da soll noch mal jemand behaupten, die Deutschen hätten keinen Humor (gehabt).

Und wem verdanken wir diese monumentale Spaß-Granate? Natürlich dem Franz, dem Josef, dem Gottlieb, Star-Regisseur unvergessener Kracher wie Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe, Das haut den stärksten Zwilling um, Wenn die tollen Tanten kommen, Auf der Alm da gibt's koa Sünd, Lady Dracula, Hurra, die Schwedinnen sind da & Zärtliche Chaoten. Und bei solch einem Kapazunder lassen sich die Stars auch nicht zweimal bitten, um dabei sein zu dürfen. Ergo: Herbert Fux ist dabei, Uschi Buchfellner ist dabei & Bea Fiedler ist auch dabei, als Politesse, die ihre Möpse freilegt & ihren Busch vorführt & die gottseidank darauf verzichtet, irgendetwas abzuseilen.

Jö, schau, I scheiß mi aun, des is jo da Niki Lauda mit'm roten Parmalat-Kapperl auf'm Kopf! Also, wenn sich selbst der Niki zu einem Cameo hinreißen lässt, dann muss man wohl im Film-Olymp angekommen sein. Apropos Olymp, folgender Anmachspruch stammt bestimmt ebenfalls aus selbigem: "Na, Rauschgoldengel, was kannst denn noch außer Posaune blasen?" Überhaupt werden uns "lustige" Sprüche ohne Rücksicht auf Verluste um die (blutenden) Ohren geklatscht & auch mit liebevoll-humorigen Umschreibungen (Garnheini, Mondkalb, Fettwanst, Saftarsch, Parkuhrgeier, Bettschlumpf, Lümmeltüten...) wird alles andere als gegeizt.

Und das ist noch längst nicht alles! Die Vivi radelt eine Straße entlang, wo es vor VWs nur so wimmelt (sogar die Polente fährt einen Käfer), es gibt nicht bloß eine (!), sondern ganze zwei (!!) geile Disco-Tanz-Szenen, manchmal werden Gags mit witzigen Geräuschen veredelt (z. B. wenn jemand einen Schlag auf den Kopf bekommt) & der unfassbare Hit-Soundtrack (unfassbar im Sinne von: unfassbar, ich kenne keinen einzigen dieser Songs) ist auch nicht ohne. Und als ob das alles noch nicht genügen würde, mischen auch noch Dolly Dollar & ihre prächtigen Glocken enthusiastisch mit. Der Wahnsinn!

Ob die "Super-Spitzen-Über-Frau" Vivi das vermisste Geld rechtzeitig auftreiben kann oder ob sie fristlos gekündigt, geteert & gefedert & mit Arschtritt aus der Firma befördert wird, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Dass Popcorn und Himbeereis deutsches Komödiengold ist, verrate ich hingegen sehr wohl. Ohne jetzt zu übertreiben, das war bestimmt & mit Abstand das Lustigste, was ich (als ich diese Zeilen schrub) die letzten anderthalb Stunden gesehen habe. Unendlich schade, dass dieses geistreiche & qualitätsvolle Humor-Niveau im Laufe der Jahre immer weiter & weiter abgesackt ist.

Bettschlumpf... gnihihihihi.

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