Review

Ein Fest!


Ein lesbisches Pärchen fährt über Weihnachten zu der sehr konservativen Familie der einen. Und die ist entgegen bisherigem Wissensstand noch nichtmal im Bilde über die sexuelle Gesinnung ihrer ältesten Tochter. Wodurch ein verlängertes Wochenende der Missverständnisse, Vorurteile und urkomischen, zum Teil auch bitteren Situationen entsteht…

„Happiest Season“ hatte ich letztes Jahr zum Fest leider verpasst und um 12 Monate aufgeschobenen - gute Weihnachtsfilme werden ja nicht schlecht. Und dieser hier ist meiner Meinung nach sogar ein sehr guter. Kristen Stewart zeigt einmal mehr, was für eine hervorragende und vielseitige und sympathische Darstellerin sie geworden ist. Das Thema „Coming Out“ wird sicher nicht ganz frei von Klischees und Kitsch, aber dennoch höchst sensibel und subtil behandelt. Die düsteren Seiten von familiärem Druck werden keinesfalls schön geredet, selbst wenn ein Happy End für mich nie außer Frage stand. Dennoch ist das beileibe nicht nur Fluff und Lametta. Vor allem die strenge Mutter (die sonst so liebe Mary Steenburgen) ist zeitweise wirklich hassenswert, ohne je komplett überzeichnet zu sein. Allgemein tippelt das festliche Geschehen sehr geschickt zwischen überdrehter Komödie und realistischem Porträt. Understatement trifft Wärme, Wettbewerb trifft Liebe. Mackenzie Davis war auch nie besser. Dazu Darlings wie Aubrey Plaza und Alison Brie, die ich sonst gerne im Kopf verwechsele. Fast schon ein weiblicher All Star Cast voller aktueller Talente und Sympathieträgerinnen. Insgesamt eine kleine unentdeckte Perle für die eigene Seelenkrone. Tut gut. Der schwule Anti-„Get Out“? 

Fazit: nah an einem modernen Festtagsklassiker und sicher ein unfassbar süßer Xmas-Film! So geht RomCom und fast schon eine Art Screwball (!) heute. 

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