(Spoiler Inside!)
Action-Spezi und Geena Davis’ Ex-Ehemann Renny Harlin ("Deep Blue Sea“) schuf eine wenig originelle Variante von Agatha Christies "Ten Little Indians“. Man hat es schon dutzendfach gesehen: Eine Gruppe von Menschen ist auf einer einsamen Insel gefangen, nach und nach wird diese Gruppe von einem Unbekannten auf zum Teil äusserst grausame Weise dezimiert, man stellt fest, dass der Mörder in den eigenen Reihen zu suchen ist, Misstrauen bricht aus, die Gruppe wird weiter verkleinert, bis am Schluss nur noch zwei übrig sind…
In Harlins Version der Story handelt es sich um eine Gruppe von Profilern, die im Rahmen ihrer FBI-Ausbildung von Val Kilmer zu einer Übung auf eine Insel vor der Ostküste der USA geschickt werden. Sie sollen das Profil eines Killers erstellen, doch der hat seine Hausaufgaben besser gemacht und scheint immer einen Schritt voraus.
Kilmer und Christian Slater sind (leider) nur kurz dabei, Johnny Lee Miller gibt den „Guten“, der sich am Ende als Bösewicht entpuppt (unvermeidlich bei dieser Art Film und leider auch schon nach einem Drittel des Ganzen gut zu erraten), und LL Cool J gibt den Helden, der die Situation rettet. Der Rest der Besetzung (u. a. Patricia Velazquez) ist sehr attraktiv und nett anzuschauen, die Action ist ordentlich gemacht, der vermeintliche psychologische Tiefgang dieses Whodunits sorgt für unbeabsichtigte Komik, hält sich aber wohltuend in Grenzen. Natürlich gibt es ganz, ganz viele schöne Explosionen auf der unheimlichen Insel. Alles sehr schön bunt!
Wem für einen spannenden Filmgenuss die beiden Fragen „Wer ist das nächste Opfer?“ und „Wie wird er oder sie wohl umgebracht werden?“ genügen, der wird mit "Mindhunters“ seinen Spass haben, alle anderen werden enttäuscht sein. Ein durch und durch mittelmässiger Streifen in ästhetischer Hochglanzoptik.