Hallo Mr. Harlin, willkommen zurück im Mittelmaß. Nach dem Renny Harlin sich ja in den letzten Jahren immer wieder mit filmischen Rohrkrepierern weiter ins Abseits geschossen hatte, muss man ihm fast schon ein lob aussprechen, dass er mit „Mindhunters“ einen Film abgeliefert hat, den man ohne weiteres als gelungenes Mittelmaß bezeichnen kann. Nichts neues, logische Schwächen, schicke Optik, flache Charaktere, also alles was man für einen Film braucht den man sich einmal ansehen kann, danach aber auch ohne, das Gefühl eines Verlustes, nie wieder sehen muss.
Nachdem Renny Harlin sich in den 90er Jahren ja mehr oder weniger als ewiges Talent präsentiert hat, dessen einziges Ziel es war seine damalige Ehefrau Gena Davis zu einer Actionikone zu machen, die sie nie sein konnte, war es eher ruhig geworden um den Finnen.
Und jetzt, wo es mit „Mindhunters“ wieder mal etwas neues gibt, fällt einem auf, dass man irgendwie auch ganz gut ohne Harlin ausgekommen ist. Vermisst habe zumindest ich seine Filme nicht.
Der Neue funktioniert dabei wundervoll nach dem guten alten „10 kleine Negerlein“-Prinzip, nur das es hier junge FBI Profiler sind, die einer nach dem anderen auf möglichst kreative Art und Weise den Löffel abgeben. Die Story ist also schnell erzählt. Eine einsame Insel, eine letzte Prüfung und irgendjemand als Mörder. Wer? Das ist zunächst egal, denn die Auflösung ist eh nicht mehr als eine fadenscheinige pseudo-psychologische, die mal wieder auf ein Kindheitstrauma hinausläuft, wohl weil wir das in diesem Jahr erst zig-mal hatten.
Aber wie gesagt, die Auflösung ist Nebensache, denn das worum es dem Film wirklich geht ist einmal mehr die Freude daran möglichst originelle Tötungsmethoden zu präsentieren. Die sind zwar optisch ansprechend inszeniert, entbehren aber letztlich jeglicher Logik und sind von viel zu vielen Zufällen geprägt als das sie so wohl funktionieren könnten.
Und so hangelt man sich von einem Kill zum Nächsten, darf dazwischen den Darstellern zu sehen wie sie sich redlich abmühen der Story und den Charakteren auch abseits der Morde etwas bleibendes zu geben, dabei aber doch letztlich in einem altbekannten Drehbuchmuster hängen bleiben.
Ähnlich blass wie die Story bleiben dann auch die Darsteller.LL Cool J, darf ordentlich mit seinem Körper protzen und zeigt einmal mehr, dass er wohl der einzige aus der schauspielernden HipHopper Fraktion ist, der auch wirklich das zeug hat ein Schauspieler zu sein. Der Rest ist Staffage, Val Kilmer wird ebenso verheizt wie Christian Slater, die Auftritte der Beiden sind kaum mehr als bessere Cameos. Bleibt einzig Kathryn Morris, die dem Film ein Gesicht verleiht das haften bleibt. Sicherlich ist auch sie nicht überragend, aber sie bleibt doch im Gedächtnis.
Die Optik ist schön düster, die Farbfilter in ständigem Einsatz und die Effekte eher bescheiden. Insbesondere eine eindeutig als solche zu identifizierende Gummipuppe, die wohl Val Kilmer darstellen soll, zeigt dass hier wohl einiges an Zeitdruck geherrscht haben muss. Auch Christian Slaters Abgang wirkt eher bescheiden getrickst. Dafür gibt es immer wieder ordentlich Geschmoddere mit Kunstblut, die Fans werden sich bedanken.
Alles in Allem also ein Thriller, der zum einmal ansehen gut ist, aber den auch keiner wirklich gebraucht hat. Bleibt abzuwarten was Renny Halrin als nächstes abliefert, vielleicht wird er ja doch irgendwann einmal dem Ruf als ewiges Talent gerecht. Sonderlich viel Talent bedurfte es jedenfalls nicht für diese Routinearbeit.
5 von 10 Punkten.