„Mindhunters“ soll endlich mal wieder frischen Wind ins Thriller-Genre bringen, was leider nur über gewissen Strecken gelingt. Eines kann man aber schon vorweg sagen, Renny Harlin (Stirb Langsam 2) hat seinen Job deutlich besser gemacht als kürzlich beim neuesten Exorzisten-Aufguß. Überrascht war ich im Übrigen darüber das dieser Film erst über Umwege ins Kino kam und eigentlich auch schon 2003 produziert wurde, denn er bietet durchaus unterhaltsame und kurzweilige Kost:
Jake Harris (Val Kilmer) ist Ausbilder beim FBI und trainiert junge Anwärter die später einmal als Agenten, sogenannte Profiler, psychologische Profile von Straftätern erstellen sollen. Für einen letzten großen Test stellt er ein Team zusammen, um auf einer von der Navy zu Übungszwecken genutzten Insel eine Simulation durchzuführen. Auf dem verlassenen Eiland sollen sie einen Serienkiller mit der Bezeichnung „Der Puppenspieler“ analysieren und aufspüren. Doch schon kurz nach der Ankunft entwickeln sich die Dinge anders als geplant – jemand scheint mit den jungen Agenten ein Spiel um Leben und Tod zu spielen. Schaffen es die Profiler rechtzeitig den Killer zu entlarven?
Nun, der Plot ist ja eigentlich weniger originell und wurde schon in diversen Thrillern und Slashern durchgekaut. Wieder mal wird eine Gruppe junger Menschen an einen unbekannten Ort verfrachtet, mysteriöse Fallen und jede Menge Rätsel schicken einen nach dem anderen über den Jordan, bis es schließlich zum großen Showdown – „Wer von uns ist denn nun der Killer ?“ kommt. Das ist alles nur mäßig spannend und wird gerade gegen Ende richtig nervig.
Dabei gibt es in „Mindhunters“ auch jede Menge positive Aspekte die mir nennenswert erscheinen. Zum einen ist die Location richtig unheimlich: ein verlassene Insel im Nirgendwo und eine Handlung die größtenteils bei Nacht spielen tragen gut zur stimmig düsteren Atmosphäre bei. Außerdem ist die Art wie die Profiler das Zeitliche segnen müssen immer wieder überraschend und unerwartet.
Die darstellerischen Leistungen bewegen sich auf akzeptablem Mittelmaß, es ist aber schon etwas traurig wenn man sieht das ehemalige Stars wie Christian Slater oder Val Kilmer nicht mal mehr aus der Masse herausragen können – nur LL Cool J macht eine halbwegs gute Figur, was bei seinem Part aber auch nicht viel Können abverlangt.
Könnte man mit all dem ja noch gut Leben, macht der Film zum Finish hin leider zu viele Fehler und bedient sich alter Strickmuster. Zum einen ist es wirklich ätzend immer wieder das gleiche Spiel „Hilfe, der Killer ist einer von uns!“ vorgesetzt zu bekommen, das funktionierte vielleicht noch in „Scream“, wurde aber seitdem so oft kopiert das es jedem zum Halse raushängen muss. Da werden fadenscheinige Argumente hervorgekramt warum denn nun der Killer seine Freunde all die Jahre an der Nase herumgeführt hat. Die Nummer - „ich war zu blöd fürs FBI und will mich daher rächen!“ - zieht schon lange nicht mehr. Immerhin entschädigt dann der Unterwassershowdown etwas für die Defizite des Drehbuchautors.
Zusammenfassend kann man sagen das „Mindhunters“ weder einfallsreich noch wirklich innovativ ist, dafür aber als solider Thriller mit guter Atmosphäre und einigen Spannungsmomenten zu überzeugen weiß. Wer sich nicht an Aufgewärmten in neuer Verpackung stört kann hier nicht viel falsch machen.