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Achtung, extreme Spoiler – nicht lesen, wenn man den Film noch nicht gesehen hat!

Dieser moderne Krämpel...hatte eigentlich gar nicht mal so schlecht angefangen, das Ganze. Auch wenn die Handlung von Renny Harlins „Mindhunters“ sich in wenigen Sätzen zusammenfassen lässt, ist sie dennoch Fundament eines Spannungsgaranten: eine Gruppe von jungen FBI-Schülern, die den elitären Job des Profilers anstreben, wird als eine Art Abschlussprüfung auf eine kleine, menschenleere Insel gebracht. Unter der Anleitung von Ausbilder Harris (Val Kilmer, der auch von Film zu Film fertiger aussieht) sollen sie dort einen fingierten Serienmörder stellen, der unter der dortigen Bevölkerung, die aus Schaufensterpuppe und Katzen besteht, wütet. Doch bei der Untersuchung des ersten fiktiven Tatorts gibt es einen Toten, und es sollen mehr werden...

„Mindhunters“ kann im Grunde genommen relativ gut unterhalten. Die schauerliche Insel mit ihren künstlichen Bewohnern und den düsteren Tatorten wurde detailliert ausgestattet und mit exzellentem Design verwöhnt, sodass die Atmosphäre im Film schon mal gut punkten kann. Die Einführung in den Film und die ersten herben Szenen sowie die größten Teile der Hatz nach einem Mörder unter den Teilnehmern macht zudem reichlich Bock auf Mitraten und man möchte sogar fiebernd und gespannt der Auflösung entgegen gehen.
Doch irgendwann wird’s dann leider doch so richtig kacke und die Schwächen des Films werden deutlicher und deutlicher. Das beginnt schon bei der Wahl der Darsteller: natürlich für Hollywood typisch laufen beim FBI ausschließlich Unterwäschenmodels herum; lediglich Clifton Gomez Jr. („187“) und Johnny Lee „Sick Boy“ Miller liefern irgendwie noch eine vernünftige Leistung ab. Vollkommen deplatziert natürlich mal wieder ist LL Cool J, der doch lieber von tollen Frauen und dicken Autos rappen sollte anstatt zu versuchen, ernsthaft glaubwürdige Darstellerleistungen abzuliefern. Zusammen mit dem immer mieser werdenden Schauspiel geht gleichzeitig die Vorhersehbarkeit voll nach oben und spätestens 20 Minuten vor Filmende kann jeder Depp den Streifen auflösen. Das Finale bleibt dann dementsprechend völlig auf der Strecke und ödet Veteranen wie Neulinge nur noch an: ist doch klar, dass LL Cool J niemals der Böse sein kann und am Ende nicht nur Überlebender, sondern auch Retter in höchster Not ist.

Trotzdem sind dagegen einige Kills ganz nett. Wie Christian Slater so spontan via Flüssiggas so spontan und derb das Zeitliche segnet ist das Highlight schlechthin, dich gefolgt von dem prompt abfallenden Kopf, den Harpunen oder der Säurezigarette. Da hat sich mal wieder jemand echt ins Zeug gelegt um vernünftige Sterbeszenen zu bieten, die den Film eine ganze Kante shockiger machen dürften – zumindest für weniger Hartgesottene. Atmosphäre stimmt wie gesagt, und insgesamt kann dem Streifen jeder eine Chance geben. vielleicht reisst´s ja den ein oder anderen Frischling noch vom Hocker.

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