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Mit Mindhunters beschert uns Renny Harlin einen Actionthriller mit allem Drum und Dran wie es ihn schon tausendmal gegeben hat. Schon allein die Story definiert das Genre sicherlich nicht neu.

Die sieben besten jungen FBI-Profiler (u.a. Kathryn Morris, Patricia Velasquez, Johnny Lee Miller) werden zum Abschluss mit ihrem Ausbilder (LL Cool J) auf eine eigens dafür ausgestattete einsame Insel gekarrt, wo sie simulierte Mordfälle aufklären sollen. Leider artet das Ganze schon bald aus, als die Runde macht, dass ein richtiger Mörder auf der Insel umgeht. Bald schon müssen die ersten aus der Gruppe ehrgeiziger Nachwuchs-Profiler daran glauben. Jedes Mal, wenn sie irgendwo eine Uhr finden, hat für einen von ihnen das letzte Stündlein geschlagen. Dann das Unfassbare: Der Mörder muss einer von ihnen sein! Jeder verdächtigt plötzlich jeden, Vertrauen ist zu einem Fremdwort geworden. Und die Lage spitzt sich unangenehm zu.

Denn so toll scheinen die besten Nachwuchs-Profiler dann doch nicht zu sein. Ihre Spekulationen über das Verhaltensmuster und Motiv des Mörders sind hanebüchen und so uninspiriert wie die Figuren selbst. Der aufmerksame Zuschauer kann im Grunde von Anfang an durchschauen, welche Hauptperson der Mörder ist, so er sich denn bewusst ist, dass Mindhunters wieder mal so ein moderner Thriller mit längst standardisiertem überraschenden Ende ist. Auch wer schlussendlich überleben wird, ist von der ersten Szene an mehr als offensichtlich. Trotzdem ist Mindhunters relativ spannend inszeniert—zumindest beim ersten Mal Schauen, bei dem es auch bleiben sollte.

Zu den blassen Hauptfiguren, die einen zusammengewürfelten Haufen altbewährter Klischees bilden, baut der Zuschauer nicht im Geringsten eine Bindung auf. Sensationsgeil erwartet man stattdessen die Szenen, in denen sie endlich das Zeitliche segnen. Mit durchschnittlichen Effekten wird hier reißerisches Ableben inszeniert, das durch sorgfältig geplante Fallen herbeigeführt wurde. Denn der tatsächliche Mörder scheint von der ganzen Gruppe der einzige fähige Profiler zu sein und legt die Fallen genau auf Vorlieben und Charakterzüge seiner Opfer aus. So weiß er genau, dass die Raucherin sich früher oder später am Zigarettenautomaten blicken lässt, der Handwerker nicht vom Reparieren in gefährlicher Umgebung ablassen kann und der Waffennarr früher oder später an seine präparierte Waffe greifen wird.

Wer ist der Mörder? Das ist das ganze Thema des Films. Und so setzt Mindhunters komplett auf diesen Aspekt. Die düstere Stimmung, die der Film gleich zu Beginn aufbaut, ist dabei recht hilfreich, auch wenn einige sinnlose Szenen die Atmosphäre zerstören, und die Inszenierung oft recht krampfhaft wirkt. Die ungewöhnlichen Morde sind die Momente im Film, die kaschieren wollen, dass der Streifen im Grunde nur mittelmäßige Massenware ist. Und so richtig gelingt ihnen das auch nicht. Mindhunters ist eben ein generierter Film, dessen Potential kaum genutzt wurde.

Mindhunters hat insgesamt einfach zu wenig zu bieten, um auf ganzer Linie zu überzeugen oder zu packen. Einigermaßen spannende Unterhaltung mit den üblichen Logiklöchlein bietet der Film zwar, aber nicht mehr—höchstens weniger. Fazit: Akzeptabler Standard, der aber bereits beim zweiten Mal nur noch langweilt.

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