Ein Team junger FBI-Agenten, die zu Profilern ausgebildet werden, um sich in die Gedankenwelt psychopathischer Täter hineinzuversetzen und diese zur Strecke zur bringen, sollen auf einer unbewohnten Insel ihre Abschlussprüfung ablegen. Dafür sollen sie in einem - natürlich nur nachgestellten - Fall den "Puppenspieler", einen Serienmörder, der seine Opfer bevorzugt wie Marionetten von der Decke baumeln lässt, aufspüren und fassen. Trotz einiger Spannungen im Team läuft es zunächst gut und der erste Hinweis ist rasch gefunden. Motiviert machen sich die künftigen Profiler daran, den Spuren des "Killers" zu folgen - bis plötzlich einer der Agenten in einer Falle den Tod findet und sich herausstellt, dass aus der vermeintlichen Simulation Ernst geworden ist.
Nach dem zurecht geflopptem Driven dauerte es mehrere Jahre bis Actionspezi Renny Harlin wieder auf dem Regiestuhl Platz nahm und mit Mindhunters wieder in den Bereich Horrorthriller aufbrach. Nach dem False Scare zu Beginn, der sich als Übungsmission entpuppt, geht es dann rasch auf die North Carolina vorgelagerte Insel. Diese ist menschenleer und dient diversen Behörden als Trainigsort, voll ausgestattet mit Gebäuden und Puppen als Bewohnern. Das Setting paßt gut, Abgelegenheit, unheimliche Atmosphäre und keine Möglichkeit mehr mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen, ich liebe wirklich solche Settings.
Was folgt ist schnell absehbar. Einer nach dem anderen muß ins Inselgras beißen. Die Kills sind dabei sehr abwechlungsreich und auch mit ordentlich Ekelfaktor ausgerüstet und besonders der erste Kill mit den Dominosteinen, wäre auch bei Final Destination nicht fehl am Platze gewesen. Nachdem die Grupp die Insel nach weiteren Anwesenden gescannt hat, stellt sich zudem auch recht bald raus, das der Mörder sich unter ihnen befindet und die Personen je nach ihren persönlichen Schwächen ermordet. Um den Druck zu erhöhen findet sich jeweils vorher eine defekte Uhr, die den Todeszeitpunkt des nächsten Opfers markiert.
Die Opferhatz ist dabei recht kreativ (Rauchen gefährdet ihre Gesundheit, hier sehen wir auch den Bildbeweis, lol), ist spannend und temporeich aufgebaut, nur das ewige hysterische verdächtigen ohne irgendwelche stichhaltigen Beweise wirkt oft ziemlich hysterisch, da sollte man von angehenden FBI Leuten doch etwas rationellere Vorgehen erwarten dürfen. Der Täter fällt auch etwas luschig aus, Hinweise gibts es keine die wirkliche Rückschlüsse geben und die Motivation ist psychologisch auch eher wacklig.
Es gibt zwar Mängel im Ablauf und auch in der Logik, aber das Grundgerüst stimmt. Die Kamera fängt einige schöne Einstellungen ein und auch sonst macht Harlin mehr richtig als falsch. Für Thrillerfans auf alle Fälle mal einen Blick wert, aber auch Horrorfans kommen oft auf ihre Kosten. Das die Darsteller eher unauffällig agieren macht da nicht viel aus.
7/10