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Mit MINDHUNTERS liefert Renny Harlin einen Film ab, der recht stark an seinen DEEP BLUE SEA erinnert. Es gibt ein B-Movie-Script, der Einsatz der Stars erinnert ebenfalls an DBS, und gerettet wird der Film dann durch Harlins kompetente Regieleistung.
Beeindruckend ist vor allem die visuelle Umsetzung des Films, gerade in den Nachtszenen, die mit ihrem Einsatz von Schwebepartikeln (Schnee?) an die Nachtszenen aus Johnnie To´s THE LONGEST NITE und RUNNING ON KARMA erinnern. Wunderbare Kameraeinstellungen, z.T. höchst artifizielle Ausleuchtung und gelungener Einsatz von Farbfiltern täuschen geschickt über die vielen inhaltlichen Schwächen von MINDHUNTERS hinweg.
Weiter auf der Haben-Seite stehen recht heftige, gut umgesetzte Splatter-Effekte, da zeigt sich wieder Harlins Vorliebe für explizite Gemeinheiten.
Außerdem ist der Film rasant wie ein Actionfilm gedreht, es gibt auch einige höchst gelungene Actionszenen, gerade der Showdown ist ziemlich spektakulär.
Negativ fällt die Geschichte auf, die kein Serienkiller-Klischee auslässt, die hölzernen, z.T. dummen Dialoge, die von uncharismatischen Darstellern wenig überzeugend zum Besten gegeben werden. Auch der mir ansonsten recht sympathische LL Cool J wirkt wie eine Macho-Parodie auf sich selbst, darf aber immerhin seinen gestählten Körper präsentieren (was auch etwas peinlich wirkt).

Die zahlreichen Handlungstwists wirken erzwungen, man wird aber trotzdem immer mal wieder überrascht, auch wenn letztendlich die finale Überraschung sehr unglaubwürdig ist.

Und so würde der Film auf einem Niveau mit dem ähnlichen Stallone-Thriller D-Tox liegen, wäre nicht die wirklich sehr gelungene Optik, die brutalen Morde und die furiosen Actionszenen. Der Film riecht aber nach BO-Flop, und so wird er wohl auch einen ähnlichen Weg gehen wie der Stallone-Film. Anschauen lohnt sich aber durchaus für Freunde des Genres.

Bewertung: 6,5 / 10 Punkten

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