Endlich präsentiert uns Renny Harlin (Cliffhanger) nach seinem Indycar-Flop "Driven" einen unterhaltsamen Thriller, der dazu noch top besetzt ist.
FBI-Trainer Harris (Val Kilmer) schickt eine Gruppe von Profiler-Anwärtern auf eine verlassene Insel, wo sie einen fiktiven Fall klären sollen. Angeführt von J.D. Reston (Christian Slater) macht sich das Team auf, um den Fall zu lösen. Doch nachdem es den ersten Todesfall gibt wird schnell klar, dass auf der Insel ein echter Killer sein Unwesen treibt. Und der Killer hat offensichtlich nicht vor, es bei einem einzigen Toten zu belassen. Ahnend, dass der Mörder einer aus ihren Reihen sein muss, gerät die Mördersuche für die Profiler-Anwärter Sara Moore (Kathryn Morris) und Lucas Harper (Jonny Lee Miller) zu einem hektischen Wettlauf gegen die Zeit...
Wie in "Crime is King" wird Christian Slater (True Romance) auch hier schon ziemlich früh (im wahrsten Sinne des Wortes) auf Eis gelegt. Auch Val Kilmer (Heat) hat kaum was zu tun und darf daher nur wie üblich doof in die Kamera grinsen. Die "Heldin" des Films ist nämlich Kathryn Morris (Cold Chase), die ihre Rolle mit einer zufrieden stellenden Leistung spielt. Sie ist zwar keine zweite Jodie Foster, aber untalentiert ist sie auch nicht. Nach "Deep Blue Sea" spielt LL Cool J (S.W.A.T.) hier erneut in einem Renny Harlin-Film mit, und auch er kann überzeugen. Weniger überzeugen kann da hingegen Jonny Lee Miller (Wes Craven präsentiert Dracula), dem man den knallharten Kerl irgendwie nie richtig abnehmen will. Am Schluß zeigt uns Patrica Velasquez (Die Mumie), dass Rauchen wirklich tödlich sein kann. Die Figuren sind im Endeffekt jedoch lediglich oberflächlich gezeichnete Charaktere, deren Ableben nur in filmischer Hinsicht interessiert, besonderes Mitgefühl als Person hat man als Zuschauer mit ihnen nicht.
"Mindhunters" kann sich trotz einiger Schwächen problemlos in die Reihe von Renny Harlins besseren Filmen einordnen. Zudem zitiert sich Harlin in "Mindhunters" oftmals selber. So legt LL Cool J eine Kletteraktion a'la "Cliffhanger" hin und sein Charakter heißt mit Vornamen ironischerweise auch noch Gabe (so wie Stallones Name in Harlins Kletter-Actioner). Dann ähneln einige Locations sowie die Unterwasser-Sequenzen an die entsprechenden Szenen aus "Deep Blue Sea". Auch von der Action her hat Harlin nichts verlernt, auch wenn es sich aus dem Thriller-Genre eben heraus ergibt, dass die Action nicht so bombastisch wie in "Stirb langsam 2" oder "Tödliche Weihnachten" ausfallen kann. Dafür bekommt man eine einigermaßen ordnentlich spannende Story geboten, die aber beim zweiten Angucken ihren Reiz verloren hat. Echter Thrill ergibt sich eben nicht aus dem schematisch aneinander gereihten Abspulen von Todesfällen. Auf der anderen Seite ist "Mindhunter" an sich durchaus spannend, auch wenn es nur um die Frage nach der Identität des Killers geht. Darum ist "Mindhunters" auch nur beim erstmaligen Ansehen wirklich gut. Und siehe da... Action-Fanatiker Renny Harlin hat sogar an eine Fickszene gedacht. Das ist doch immerhin mal etwas.
Somit gehört "Mindhunters" neben "Deep Blue Sea", "Cliffhanger" und "Stirb langsam 2" zu Harlins besten Filmen, wobei man nach "Driven" gedacht hatte, dass der Finne nie mehr zu alter Form zurück finden würde.