Review

„Mindhunters“ ist Popcorn-Kino pur: Actionreich, spannend, nicht unbedingt auf Logik und Anspruch bedacht, dafür aber mit einem hohen „Fun“-Faktor.

Mit dieser Art von Filmen kennt sich Actionspezialist Renny Harlin hervorragend aus – von seinen besten Werken (wie „Stirb Langsam 2“, „Long Kiss Goodnight“ oder „Deep Blue Sea“) bis hin zu den schwächeren („Prison“ / „Driven“) bietet er dem Zuschauer jedes Mal Material für einen unterhaltsamen Filmabend, auch wenn einige Kritiker beim Rezensieren immer wieder mit dem Kopf schütteln müssen (also ähnlich wie bei „Jerry Bruckheimer“-Produktionen).
Die Tatsache, dass „Mindhunters“ vom Studio zwei Jahre lang zurückgehalten wurde, resultiert dieses Mal auch nicht von einer minderen Qualität des fertigen Produktes, sondern ging aus internen Gründen hervor. Parallel zum deutschen Kinostart wurde der Film in den USA gar ein weiteres Mal verschoben, und zwar weil Testvorführungen besonders positiv verlaufen waren, weshalb man den Film nun zeitlich näher an Renny Harlins nächstem Projekt anlaufen lassen möchte – dem vierten Teil des „Exorzisten“ (die 2. Fassung jenes Films, bei welchem Harlin vom gefeuerten Paul Schrader den Regiestuhl übernommen hatte).

Die Story ist einfach, aber effektiv zum Spannungsaufbau: Eine Gruppe angehender FBI-Profiler (u.a. Christian Slater („Heathers“), Kathryn Morris (TV´s „Cold Case“), Johnny Lee Miller („Trainspotting“) und Patricia Velasquez („Beowulf“)) werden von ihrem fordernden Ausbilder (Val „Wonderland“ Kilmer) zusammen mit einem Gastteilnehmer vom örtlichen P.D. (LL Cool J – „Rollerball“) alleine auf einer Insel vor der Küste der USA abgesetzt, auf welcher die Marines eine Stadt für Häuserkampf-Übungen errichten haben.
Ein Wochenende lang soll die Gruppe nun ihre Fähigkeiten im Rahmen ihrer Abschlussprüfung beweisen und den simulierten Fall des Serienkillers „der Puppenspieler“ aufklären, doch gerade als sie das erste „fiktive“ Opfer entdecken, lösen sie eine Falle aus, nach der einer von ihnen tot am Boden liegt – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes „nicht mehr in einem Stück“...
Aus dem Spiel ist ernst geworden, und nachdem ihre einzige Möglichkeit, die Insel vorzeitig zu verlassen (ein Boot), auch noch einer Bombenexplosion zum Opfer fällt, finden sich die Überlebenden auf sich allein gestellt zurück – wohlmöglich mit einem Killer unter ihnen.
Der „echte“ Killer kündigt die Zeit seiner nächsten Tat immer an und spielt auch sonst Spielchen mit den Rekruten (markiert sie beispielsweise mit Buchstaben), die trotz der Anwendung ihrer Fähigkeiten erst einmal nicht über das gegenseitige Verdächtigen hinauskommen. Schnell reduziert sich ihre Zahl, was ein Schema offenbart – der Mörder nutzt die Schwächen der einzelnen Personen aus, um sie so in die tödlichen Fallen zu locken...

Mehr zu verraten wäre unfair, denn der Film lebt von dem „10 kleine Negerlein“-Prinzip, der Gewissheit, dass der Killer einer aus der Gruppe ist, der zeitlichen Ankündigung der nächsten Tat, wie auch von der Kreativität der gestellten Fallen (ähnlich wie bei „Final Destination“), die in meinen Augen eigentlich recht grausam ausgefallen sind (beispielsweise eine Enthauptung, ein an Haken aufgehängter Körper oder böse Verätzungen nach dem Schlucken von Säure).
Gelungen ist auch die örtliche Gegebenheit der Insel – von der Außenwelt abgeschnitten und mit der verlassenen und zerschossenen Stadtkulisse (gedreht wurde übrigens an verschiedenen Orten in den Niederlanden, was man dem Film zu keiner Sekunde ansieht).

Die Regie ist temporeich, die Optik gelungen, die Schauspieler solide bis gut. In Sachen Logik muss man manchmal ein Auge zudrücken, doch das kennt man ja bereits und trübt das Sehvergnügen kaum. Genre-Fans und genaue Beobachter können natürlich auch schon vorm Showdown den Täter ausmachen – die Auflösung ist jedoch weder zu offensichtlich, noch an den Haaren herbeigezogen. Die Motive des Killers und das Überleben eines tot geglaubten Kameraden sind dagegen recht konventionell geraten, doch am Ende wird man noch mit einem netten Unterwasser-Zweikampf entschädigt.

Man hätte aus der Location und der paranoiden Situation etwas mehr herauskitzeln können, die Story bietet keine Innovationen, die Schauspieler setzen keine wirklichen Akzente, doch auch so hat mich „Mindhunters“ überzeugt – Popcorn-Kino in Reinkultur, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fazit: Ein über die gesamte Länge spannender und actionreicher Thriller in stimmungsvoller Umgebung mit kreativen Todesfallen ... 8 von 10.

Details
Ähnliche Filme