Hübsch und flott inszenierter Thriller, der das altbekannte Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip ein weiteres Mal zelebriert. Gut gespielt und mit wenig Längen ausgestattet, unterhält Mindhunters sehr solide, wobei man jedoch nie den Eindruck ganz loswird, dass es sich bei diesem Film auch ebenso gut um eine Direct-to-Video Produktion handeln könnte. Wirklich verwunderlich ist es da nicht, dass der Film erst mit Verzögerung in die Kinos kam, denn ein wirklich großer Wurf ist Renny Harlins Streifen bei Weitem nicht. Für einen Kinothriller mangelt es dem Film an innovativen Ideen. Symptomatisch hierfür ist das Finale, in dessen Verlauf nun wirklich jeder Laie problemlos sein Vermögen verwetten könnte, dass der echte Killer noch nicht zur Strecke gebracht wurde und es noch einmal eng wird...
Der besagter Direct-to-Video Eindruck wird durch diese Szene wie durch keine andere bestärkt und auch das ungewöhnlich frühe cameoauftritt-artige Ableben eines Hauptdarstellers macht in diesem Zusammenhang keine sonderlich gute Figur - immerhin kommt dieses blutige Ende unerwartet, was durchaus auch positiv ausgelegt werden kann...
Actionseitig konzentriert sich der Film auf die genretypischen Einzelmorde, die abwechslungsreich und durchaus manchmal gorig daherkommen. Allein der Name Harlin bürgt hier für gehobene Qualität, wobei er es manchmal etwas übertrieben hat für meinen Geschmack: Das Unterwasser-Geballer gegen Filmende beispielsweise wirkt ziemlich deplaziert und unnötig. Sehr gelungen hingegen der frostige Domino-Effekt oder auch die folgenreiche Zigarette (deswegen wohl auch die Antiraucherspots vor jedem Film derzeit) ;)
Abgesehen von Christian Slater hat der Cast recht wenig zu bieten. Val Kilmers Auftritte sind mengenmäßig kaum der Rede wert und LL Cool J ist nicht nur ganz und gar nicht mein Geschmack sondern auch nicht gerade die Idealbesetzung für die verkörperte Rolle. Der Rest vom Darstellerfest spielt solide aber unauffällig.
Insgesamt ein sehenswerter Thriller, der im Kino jedoch falsch aufgehoben ist – vor allem aufgrund seiner vorhersehbaren und der wenig tiefschichtigen Handlung. Vom Niveau eines "Sieben" meilenweit entfernt, für einen stimmigen Videoabend aber sehr gut geeignet. Fällt letztlich in die gleiche Kategorie innovationsloser aber dennoch gelungner (B)-Thriller wie Russel Mulcahys Resurrection...