Jake Harris (Val Kilmer) bildet Profiler beim FBI aus. Die Gruppe, die er leitet, wird mit dem Beobachter Gabe Jensen (LL Cool J) zum Training auf eine abgelegene Insel gebracht. Dort sollen die angehenden Profiler den "Puppenspieler" fassen. Allerdings dauert es nicht lange und aus der Simulation wird blutige Realität.
Renny Harlin hat schon ein paar mal ordentlich abgeliefert. Für „Mindhunters“ gilt das aber leider nicht. Das isolierte Setting auf der Insel sorgt für Stimmung, vom Design her geht das auch in Ordnung und die Ausgangssituation klingt spannend. Dass das Ganze darauf hinausläuft, dass einer nach dem anderen ins Gras beißt, ist ok. Es kommt eben darauf an, wie man das konstruiert.
Und mit dem Wort ist schon viel gesagt, denn konstruiert wirkt hier so ziemlich alles. Der Fortgang der Geschichte macht sich derart von Eventualitäten, die genau so eintreten müssen, abhängig, dass man ziemlich ins Kopfschütteln gerät. Hinzu kommen fast ausnahmslos unsympathische Figuren zum Einsatz, deren Eignung zum Dienst beim FBI hoffentlich nur in einer Lotterie gewonnen wurde. Die Zündschnur wird wiederholt kurz gehalten und man dreht sich auch gerne mal im Kreis.
Zugutehalten kann man „Mindhunters“ das erwähnte Setdesign, weiterhin ein paar Effekte hinsichtlich des Make-up und ein die eine oder andere wirksame Idee (Marionette, Luft anhalten). Die Kills sind einfallsreich, erinnern aber eher an andere Genrefilme und entziehen dem Thriller, als der das Werk daherkommt, etwas die Grundlage. Val Kilmer und LL Cool J gehen in Ordnung, der Rest ist mitunter nerviges Beiwerk, mit dem man allerdings auskommen muss. Immerhin gibt es immerhin wenig Leerlauf zu vermelden, die Spielzeit von 100 Minuten netto trägt ebenfalls dazu bei.
„Mindhunters“ ist nur in wenigen kurzen Abschnitten wirklich spannend, untergräbt sich selbst permanent durch die Handlungen und das Gebaren seiner Figuren. Der Fortgang der Geschichte wirkt derbe konstruiert, mancher Effekt aber immerhin ebenso. Kein Highlight in Harlins Biographie, aufgrund des Settings und manch netter Idee aber mal ansehbar.