Eine Arztpraxis in der 1960er Jahren. Dr. Guy hat eine Maschine entwickelt, mit der die Beseitigung von Zysten schnell und einfach ablaufen soll. Dass dies nicht der Fall ist, das musste Schwester Patty schon schmerzhaft feststellen, weswegen sie auch ihren letzten Tag in der Praxis verbringt. Und an diesem ist einiges los. Da kommen nicht nur Patienten, sondern auch Mitarbeiter vom Patentamt wegen des Doktors Maschine und natürlich geht einiges schief.
Gruselig ist hier nichts, aber die Mischung aus Monsterfilm, etwas body horror und viel Augenzwinkern macht sich eigentlich nicht schlecht. Dazu kommt, dass der von Tyler Russell inszenierte Streifen um seinen Trashfaktor weiß und sich auch nie ernst nimmt. Inhaltlich ist alles simpel und vorhersehbar, was hier allerdings nicht negativ ins Gewicht fällt. Als offensichtliche Hommage an alte Monsterfilme feiert „Cyst“ dieses Genre mehr, als dass er es bereichern will. Und das macht er mit sichtlichem Genuss, aber auch trotz der sehr überschaubaren Laufzeit nicht in dem gebührenden Tempo. Manches wird zu sehr ausgespielt und wiederholt sich, was den Spaß dann doch schmälert. Trotz des Troma’schen Einschlags. Wahrscheinlich würde man trotz der schon überschaubaren Laufzeit weitere 20 Minuten weniger nicht vermissen, weil die Idee die Kürzungen hergeben würde.
Dennoch ist der von Hauptdarstellerin Eva Habermann mitproduzierte Schleimer sichtlich bemüht - im positiven Sinne. Es spratzt und suppt immer wieder, praktische Effekte, etwas Splatter und ein ansehnliches Monsterdesign gibt es zu sehen. Und dennoch hätte ich gerade bei dieser Thematik noch mehr Flüssiges erwartet.
Das Ensemble spielt passend auf, gerade Frau Habermann ist cool. George Hardy als Dr. Guy ist bissl drüber, allerdings nicht auf die spritzige (sorry) Art. Der Rest vom Cast, u. a. Greg Sestero, macht einen guten Job. Letztlich passen alle gut in das Szenario und am Ensemble scheitert das Werk nicht.
„Relax, Patty, it‘s gonna work this time.“
Frei nach dem Motto „Das kann ja Eiter werden“ präsentiert „Cyst“ einen überschaubaren Ausflug in suppende Gefilde. Freunde von saftigen Beulen dürften das goutieren, dennoch hatte ich da gerade auf der Ekelskala mehr erwartet. Dafür gibt‘s nach dem Abspann noch diverse Outtakes und letztlich ist das ein nettes Projekt. In der Gruppe aber wahrscheinlich spaßiger.