Texas, 1870: Jefferson Kyle Kidd, ehemaliger Captain der Südstaatenarmee, zieht von Stadt zu Stadt und liest vor interessierten Zuhörern aktuelle Nachrichten aus diversen Zeitungen vor. Während seiner Reise trifft er auf das Mädchen Johanna, das scheinbar bei den Kiowa aufwuchs und nun aufgrund des Verlusts ihrer Familie eine Waise ist. Kidd entschließt sich, sie bei den nächsten Verwandten abzuliefern. Diese leben jedoch 400 Meilen weit weg.
Ein bisschen Roadmovie, Western und Drama, alles gemischt und episodenartig arrangiert. Regisseur Paul Greengrass verfilmte Paulette Jiles Roman „News of the world“ in schönen Bildern, die eigentlich für das Kino gedacht waren. Das sieht man dem Film auch an. Kameramann Dariusz Wolski („Der Marsianer“, „Fluch der Karibik“) liefert schöne Panoramen und Landschaften, die Ausleuchtung ist stimmig, doch übertreibt er es beizeiten mit der Unruhe der Bilder, gerade in stillen, auf die Charaktere fokussierten Szenen wirkt dies unpassend.
Und von denen gibt es ein paar, wobei Tom Hanks als Nachrichtenverleser auf Autopilot läuft, mit Helena Zengel aber ein gutes Gegenstück vorgesetzt bekommen hat. Beide Figuren profitieren letztlich voneinander und schreiten durch eine Welt, die nur das Gesetz des Stärkeren achtet und in der sichtbar das Schlechte überwiegt. Leben heißt hier überleben.
Dabei lässt sich der Film Zeit, vielleicht auch etwas zu viel. Das Tempo ist gemächlich, nur manchmal kommt Spannung auf (z. B. gejagt von den drei Menschenhändlern). Dabei ist anzunehmen, dass hier auch kein Triller geplant war, eher eine Bildersammlung auf der Reise durch ein Land, das sich noch finden muss.
Den Soundtrack steuerte James Newton Howard bei und schafft eine genretypische Atmosphäre.
„Neues aus der Welt“ gehört auf eine Leinwand, doch leider kam es dazu nicht. Und so landete der Film bei Netflix, wo er vielleicht, zumindest optisch, nicht ganz seine Wirkung entfaltet. An den vorhandenen Kritikpunkten hätte es aber nichts geändert; Greengrass' Planwagen fährt mit angezogener Handbremse durch die Prärie und hätte emotional mehr rausholen können. Trotzdem wegen der schönen Bilder und der guten Darsteller zumindest einmal sehenswert.