Ein schöner Film, der aber den Fehler begeht, manchmal die falsche Tonalität einzuschlagen.
Worum gehts? Nach dem Ende des Bürgerkriegs reitet ein ehemaliger Armeeoffizier durch den Westen und liest überall wo er Halt macht Geschichten und Nachrichten aus den Zeitungen vor. "Neues aus der Welt" eben. Auf seiner Reise greift er das überlebende Kind eines Überfalls auf und versucht, es zu seinen Verwandten zu bringen. Offenbar ist das traumatisierte Kind einst von Indianern entführt worden und in deren Stamm aufgewachsen. Die Reise mit dem wilden Kind wird für den Offizier auch zu einer Heilung seiner vom Krieg verletzen Seele.
Und genau darum geht es im Kern. Wie ein Mensch nach großem persönlichen Verlust wieder zu sich findet. Das Mädchen ist dabei nur der Katalysator... Wirklich herzergreifend und von Hanks sensationell gut gespielt. Auch die Inszenierung ist auf den Punkt. Visuell großes Kino, großes ergreifendes Western-Melodram.
Was den Film aber eine höhere Bewertung kostet, ist das Abdriften in unnötige Actionsequenzen und Brutalitäten, die es für den Film gar nicht gebraucht hätte. Die zum Glück wenigen Ballereien und gerade der Zwischenstopp im brutalen Arbeiterlager (ein Verweis auf die Hölle?) passen inhaltlich gar nicht zu poetischen Rest des Films. Schade, denn Weniger wäre hier mehr gewesen.
Trotzdem ein sehr sehenswerter und tiefbewegender Western über die Heilung eines todtraurigen Herzens.