Na so stell ich mir einen Männerfilm vor! Was eine ultraharte Granate! Und Guy Ritchie verzichtet komplett auf seinen ironisch-witzigen Stil. Vorbild für das ganze war ein französischer Thriller, der in Deutschland auch unter diesem Titel erschienen war, aber jetzt nicht so bekannt ist. Im Original ist die Story etwas einfacher, dafür ist der Film psychologisch dichter und besitzt eine sehr kalte Atmosphäre. Die finale Ballerei war auch gut inszeniert, setzte aber mehr auf Spannung, statt auf die Brachialgewalt hier. Aus künstlerischer Sicht war das sicher der bessere Film. Ritchie hingegen nimmt die Geschichte von damals nur als Grundgerüst für einen Actionreisser ohne Anspruch. Jedoch ist das so fulminant inszeniert, dass es einem die Sprache verschlägt. In Sachen Unterhaltungswert schlägt Ritchie das Original um Längen. Wir haben hier einen Gangsterfilm, in dem die klassischen Gut und Böse-Rollen etwas verschwimmen. Hier gibt es keine Guten und Bösen, sondern gute Gangster und böse Gangster. Aber ihren schmutzigen Job durchziehen tun sie Alle.
Die Feuergefechte sind aussergewöhnlich intensiv, die Kameraführung ist sehr gut, alles in allem ein hervorragender Actionfilm.