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Die Saga um Norman Bates geht in die dritte Runde, doch erreicht im neuesten Aufguss nicht mehr die Raffinesse der Vorgänger.
Wie es Norman Bates (Anthony Perkins) ergangen ist, das weiß man aus Teil zwei. Jetzt sitzt er als Motelverwalter wie in seiner alten Hütte und stopft seine leibliche Mutter zur neuen Fetischmumie aus, während er offiziell als rehabilitiert gilt. Zwar forscht eine neugierige Reporterin weiter nach, doch der Sheriff und die sonstigen Anwohner sympathisieren mit Norman. Auch der Zuschauer ist noch nicht sicher, ob Norman es nicht vielleicht mit dem einen Mord als Kurzschlussreaktion, der Teil 2 beendet, bewenden lässt.
Bald bekommt Norman Gesellschaft auf dem Gelände des Bates Motels: Der schmierige Tagedieb Duane Duke (Jeff Fahey) heuert als Hilfskraft an und die psychisch leicht verwirrte Ex-Nonne Maureen Coyle (Diana Scarwid), die Norman an Marion Crane erinnert, zieht ein. Bald geschieht wieder ein Mord…

Kommen wir zu den Vorzügen von „Psycho 3“. Da wäre zum einen der Versuch die Geschichte ähnlich konsequent wie im Vorgänger weiterzuentwickeln und mehr über den Hintergrund von Norman Bates zu enthüllen. Gelingt halbwegs ordentlich, auch wenn die neuen Erkenntnisse den Film nicht wesentlich weiterbringen und den Charakter auch nicht ganz so gut vertiefen wie gewünscht. Zum anderen ist „Psycho 3“ solide inszeniert, wobei Perkins selbst dieses Mal Regie führte und er eifert Alfred Hitchcock und Richard Franklin ordentlich nach ohne deren Finesse zu erreichen. Doch die Stimmung ist düster und recht gruselig, weshalb man sich nicht groß beschweren kann.
Großer Nachteil von „Psycho 3“ ist das einfallslose Script, das lediglich am Anfang noch mehrere Möglichkeiten offen lässt, wer hier gefährlich ist: Geht die Reporterin über Leichen um Norman zu diskreditieren, ist dieser doch wieder verrückt geworden, ist es der schmierige Duke oder ist Maureens psychischer Schaden größer als erwartet und verleitet sie zum Killen? Doch leider wird die Frage sehr früh aufgelöst, sodass „Psycho 3“ auch nicht intelligenter als ein mäßiges „Freitag, der 13te“-Sequel ist. Es wird ein wenig geslasht, aber nur mäßig spannend, auch wenn immerhin ein paar ordentliche Effekte zu sehen sind, doch letzten Endes plätschert der Film ohne große Überraschungen dann zum vorhersehbaren Ende.
Schauspielerisch ist „Psycho 3“ aber ganz ordentlich. Perkins spielt seine Paraderolle recht gelungen ohne allerdings großartig neue Akzente zu setzen und Jeff Fahey ist immer wieder gut für den Schmierlappen vom Dienst. Der Rest macht seine Sache ordentlich, auch wenn keiner eine wirklich erwähnenswerte Leistung vollbringt.

Letzten Endes ist dieser erneute „Psycho“-Aufguss nur Mittelmaß, denn das Drehbuch versandet trotz interessanter Ansätze bald in stumpfem, vorhersehbarem 08/15-Geschlitze ohne große Höhepunkte.

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