Nun ist es doch geschehen. Psycho meets Teenie-Sex-Horror (Wenn auch nur manchmal). Das offene Ende von Teil 2 ließ natürlich nichts anderes als eine Fortsetzung zu und so setzte sich Perkins persönlich auf den Regiestuhl um den dritten Teil zu inzenieren.
Der Film baut ohne große Lücken auf Teil 2 auf. Norman Bates hockt immer noch zuhause (Jetzt mit seiner vermeintlich richtigen Mutter), stopft ab und zu mal ein paar Vögel aus und versucht anscheinend, dass Leben so leicht wie möglich zu genießen. Bis eines Tages die Nonne Maureen auftaucht, die völlig hysterisch eines Tages im Kloster rumbrüllt und schließlich mit Koffer abhaut. Sie trifft auf ihrem Weg ohne Ziel den dauergeilen Duane Duke, der ihr natürlich in einer Nacht im Auto sofort an die Wäsche will. Maureen wehrt sich etwas spät dagegen und läuft dann lieber nachts im Regen wieder durch die Ödnis. In einem Resteraunt sieht Norman sie zum ersten mal und fühlt sich sofort an Marion Crane erinnert, die er damals unter der Dusche erstochen hat. In seinem Kopf bekämpfen sich alsbald wieder seine Mutter und er selbst, bis wieder Morde passieren, was die Reporterin Tracy interessiert.
Um es vorweg zu sagen: Psycho III erreicht nicht oft die Genialität der beiden Vorgänger, sondern wirkt eher wie der typische Horrorfilm der mittleren 80er. Möglichst viel unnütze nackte Haut, blutige Morde und einige klischeebeladene Typen. Zwar hat Perkins mit der Regiearbeit grob gesehen wirklich einen guten Film geschaffen, aber vollkommen zufrieden ist man mit Teil 3 dann doch nicht. Das fängt an bei der recht verwirrten Nonne Maureen, deren eher dürftige deutsche Synchronstimme am Anfang des Films schreit "Es gibt keinen Gott!!" und über den notgeilen Pinsel Duke zu ihrer anscheinend ersten richtigen Liebe Norman findet. Duke, dargestellt von Blauauge Jeff Fahey, stammt typisch aus den 80ern. Smarte Art, erst freundlich dann grob, immer auf der Suche nach Futter für seinen kleinen Billy-Boy und letzendlich so sympathisch wie ein kaputter Stuhl. Bitte nicht falsch verstehen, Fahey ist ein guter Schauspieler, nur schafft auch er es nicht der Figur gegen Ende den möglichst mysteriösen Touch zu geben. Die Szene, in der er plötzlich halbnackt und schwitzend wie sonstwas durch seine Bude geistert kommt für ihn etwas plötzlich, war er in einer Szene davor doch noch der einigermaßen gefasste Motel-Hilfsarbeiter. Weitaus unsympathischer kommt aber Roberta Maxwell als Reporterin Tracy rüber. Die wahrscheinlich unsympathischste Figur des Films wirkt, wie Fahey alias Duke schon richtig behauptet, "(...) kalt wie ein Eisblock."
Ebenfalls in Frage zu stellen sind halt die plötzlichen zu einer vermeintlichen Teenager-Horror-Szenerie auflaufenden Stücke. Ungefähr n der Mitte des Films macht sich eine ganze Campus-Gruppe (oder was auch immer das sein mag) breit im Motel. Die sehen wir zwar nicht wirklich oft, aber letzendlich ist es ein weiblicher Teenie, der doch tatsächlich auf dem Klo beim pinkeln erstochern wird. Davor denkt sie sich auf dem Klo hockend anscheinend wirklich, dass es sich bei Noman in Frauentracht um ein Mädel handelt. Entschuldigung, aber erkennt man das nicht, dass es sich hier NICHT um eine Frau handelt? Aber nun ja, kommen wir zu den Morden. Die sind auch noch einmal ein bisschen blutiger ausgefallen als im Vorgänger. Bates sticht munter mit seinem Messer auf alles ein, die Kamera hält nie unbedingt weg, zeigt den Morde aber meistens in verschiedenen Kameraperspektiven, womit Perkins schön auf de Duschszene im Original Psycho anspielt. Auch sonst leistet Perkins meistens erstaunlich gute Arbeit. Manche Stellen des Films sind mit schwarzem Humor unterlegt, was sich auch auf Hitchcock anlehnt.
Psycho III schmeißt am Ende auch die ganze Theorie der Mutter-Tante-Sohn Geschichte von Psycho II über den Haufen und widerruft das einfach alles. Nun frage ich mich, was dann Psycho IV machen wollte, der zeigt immerhin die Vergangenheit des jungen Normans nicht in der Version, die uns Reporterin Tracy panisch aufs Brot schmiert.
Fazit
Kein Meisterwerk, aber solide inzeniert mit einem Perkins in Spielfreude. Einige Nebenrollen können zwar nicht unbedingt überzeugen, aber zumindestens ist das hier noch alles recht unterhaltsam.
7/10