Nach Teil zwei hätte Schluss sein müssen, aber die Geldgier der Produzenten drängte zu einem zweiten Sequel. Leider ist hier genau das passiert, wovor man beim Vorgänger schon Angst hatte. "Psycho III" ist nur noch ein gängiger Horrorthriller, beim dem man von Anfang an weiss, wer die ganzen Morde begeht. Da hilft es auch nicht mehr, dass Anthony Perkins selbst auf dem Regiestuhl sitzt. Man knüpft storymäßig an den Vorgänger an. Norman Bates (Anthony Perkins) hat wieder Kontakt zu seiner toten Mutter und das Schicksal nimmt seinen Lauf, als Maureen Coyle (Diana Scarwid) in "Bates Motel" auftaucht. Normans Angestellter Duane Duke (Jeff Fahey) gibt ihr das erste Zimmer, obendrein sieht sie Marion Krane (Janet Leigh) sehr ähnlich. Aber es kommt noch schlimmer. Die Reporterin Tracy Venable (Roberta Maxwell) schnüffelt Norman nach. Und gerade jetzt beginnt eine blutige Mordserie. Schluss mit den Wendungen und Überraschungen. Der Täter steht fest, daher setzte man den Gewaltpegel ein wenig nach oben. Die Morde gehen deutlich blutiger von Statten, der Bodycount entspricht ungefähr dem Vorgänger. Leider ist die erste Stunde ziemlich zäh erzählt und ausser den atmosphärischen Morden, gibt es kaum spannende Punkte.
Stattdessen verknallt sich Norman in Maureen, aber Mutter hat da etwas dagegen. Dann wäre da noch der hinterlistige Duke, der eine große Karriere als Sänger starten will. Doch mit kaputtem Auto und ohne Geld kommt er nicht weit, also nimmt er den Job bei Norman an. Auch versucht er Reporterin Tracy Informationen über Norman zukommen zu lassen. Dies alles wird ausführlich erzählt und bremst das Erzähltempo aus. Die letzte halbe Stunde ist jedoch gelungen. Norman muss sich dort ausgiebig mit Duke auseinandersetzen, seine Geliebte Maureen findet den Tod und auch Tracy lernt Normans Mutter endlich kennen. Das Ende ist erneut offen, so bleibt uns auch Teil vier nicht erspart.
Doch bei "Psycho III" ist nicht Hopfen und Malz verloren. Auch wenn die erste Stunde recht dümpelig ist, so schafft es Perkins seine Kulisse abermals unheimlich zu präsentieren. Erneut ließ man alles beim Alten, auch ein komplett neuer Score wurde komponiert. Seine Paraderolle verkörpert Perkins intensiv und sehr glaubwürdig. Jeff Fahey macht als Ekel Duke einen guten Job und auch bei den restlichen Darstellern besteht kein Grund zur Klage.
Wendungsarmer und viel zu durchschnittlicher Horrorthriller, der nur mittelmäßig spannend daherkommt. Die Darsteller gehen in Ordnung, Kulisse nebst Score auch. Trotzdem kein würdiges Sequel mehr.