Review
von Leimbacher-Mario
Norman Bates versinkt im Sumpf
Im dritten Teil der „Psycho“-Saga führt Norman noch immer sein mörderisches Motel, hat den Körper seiner Mutter wieder im Haus und bekommt Besuch von einer vom Glauben gefallenen Nonne, die ihn nicht nur wegen ihrer Initialen M.C. an sein berühmtestes Opfer erinnert... Hier nahm Anthony Perkins höchstpersönlich auf dem Regiestuhl Platz und schuf leider einen eher durchwachsenen Slasher und eine müde Fortsetzung rund um seine ikonische Figur. Dennoch mit ein paar Glanzpunkten und interessanten Aspekten...
„Psycho III“ vereint in seinen besten Momenten Argento und Hitchcock, jedoch ohne je wirklich zu einer eigenen, bleibenden Identität zu finden. Das befindet sich immer noch leicht über dem Gro vieler Slasher dieser Zeit, die überraschend farbige Beleuchtung ist oft hervorragend atmosphärisch und Perkins verleiht Norman wieder ein paar neue Facetten. Außerdem gibt es immerhin einen hervorragenden Mord, der, wie viele andere kleine Details, sehr an das überlebensgroße Original erinnert oder diesem zumindest die Ehre erweist. Außerdem hat „Psycho III“ ein gutes Tempo und ist der kürzeste Teil der Reihe, durchaus auch kurzweilig. Erst recht, wenn man sich für Perkins Hauptfigur interessiert. Doch insgesamt reißt mich „Psycho III“ kaum vom Hocker und ich schätze Perkins als Darsteller deutlich mehr wie als Regisseur. Als Norman Bates, als der er auf ewig unvergessen bleibt, natürlich am meisten. Der Rest des Films ist eher hübsche Staffage und nicht mehr auf dem Standard seiner Vorgänger. Nur für Komplettisten. Aber es sollte nochmal eine deutliche Stufe runter gehen...
Fazit: religiöse Ansätze, magere Figurenentwicklungen, zu wenig brauchbare, erinnerungswürdige Kills, keine allzu inspirierte, eigenständige Regie - „Psycho III“ kann mich nicht ganz überzeugen und hinkt etwas hinterher. Die bravuröse Beleuchtung, der „Telefonzellenmord“ und Perkins Schauspiel entschädigen aber.