Fünf Jahre nach dem Tod des verhältnismäßig jung verstorbenen Filmemachers Danny Lerner (1952–2015) veröffentlichter B-Action, der die gute alte Tradition der ehedem berühmt-berüchtigten Millennium Films Schmiede (hier als Millennium Media umbenannt) um Operation Delta Force (1997) ff. sowie die gesamte Produktionsstruktur der hier ebenso anwesenden Executive Producer Avi Lerner, Shiri Lerner, Yariv Lerner und Trevor Short weiterführt. Soll heißen, der auch alternativ benannte Find and Destroy ist als Schwanengesang wie gerade Ende der Neunziger, Anfang des neuen Jahrtausends üblich als bessere Stock-footage-Arbeit angelegt und tatsächlich auch in dieser Absicht hin konzipiert; die Dreharbeiten mit dem damals schon kränklichen, aber noch den Erstschnitt abliefern könnenden Regisseur wurden um zuvor ausgesuchte Szenen aus der durchaus reichhaltigen Bibliothek des Studios herumkonstruiert, wobei die neuen Bilder eine Handlung vortäuschen sollen und die alten ein Spektakel und damit auch ein Budget:
Drei Jahre, nachdem Army Ranger Lt. John Cutter [ Dylan Bruce ] bei einem Einsatz in Afrika ein Großteil seines Teams durch den ukrainischen Waffenhändler Igor Rodin [ Sergey Badyuk ] verloren hat, bekommt er von seinem früheren General den Auftrag, sich erneut an die Fersen des Kriminellen zu heften. Diesmal ist der Einsatz noch höher, wurden doch mehrere Wissenschaftler und die Zutaten zu einer schmutzigen Bombe vom Verbrecher vereinigt und ein Passagierzug damit bestückt.
Irgendwo im Nirgendwo, in der Vergangenheit. Ähnlich diffus, wie die Geschichte bzw. ihre Verwendung gehalten ist, so ist auch der Rest. Zeit- und Ortsangaben spart man sich, möchte man doch eh an die Neunziger Jahre und die damals gute alte Zeit erinnern, achtet der von damals übergebliebene Zuschauer sowieso nicht darauf und ist auf Genauigkeit und Akkuratesse so überhaupt nicht erpicht. Auf neue aufwändige Bilder auch nicht, das kennt er schon, dass man sich aus dem Fundus von Frogmen Operation Stormbringer (2002) respektive U.S. Seals (2000) und Co. bedient, darüber wurde früher genug gelästert und lamentiert. Genutzt hat es nichts. Strand- und auch Bikinibilder aus dem alten Schlocker Shark Attack 2 (2000) sind die ersten Dinge, die man hier zu sehen bekommt, danach fliegt auch schon etwas in einem leuchtenden Feuerball in die Luft. So soll das sein und so gehört das sich.
Schon von Beginn und Sekunde Eins an im Grunde brennt hier also die 'Leinwand', explodiert alles in der Gegend, was nicht niet- und nagelfest ist. Schießereien wild im Achsensprung, aus deutlich verschiedenen Werken, dazu auch oftmals Schnipsel bloß, Millisekunden einer anderen offensiven Detonation; Hauptsache, die Druckwellen und die Zerstörungen sind groß. Dabei dreht man auch durchaus eigene Actionszenen, eher so die Set Ups, aber auch mit Auswirkungen der tatsächlich Beteiligten und Einsatz von Effekt und Stunt, und angesichts der heutigen Lage des Genres wären die Eigenkreationen (leider Gottes) auch ausreichend und benötigt man den Zusatz der copy & paste Arbeit theoretisch nicht. Schlimmer ist eigentlich nur, dass das Ratespiel hier, aus welchem Original man stammt und was 'wahr' ist und was 'falsch' entweder schon beim Dreh selber oder in der langen Nachproduktion (bestimmt) freiwillig als Parodie angelegt ist, der Humor ist eingangs schon schreiend grell und die Dialoge und Verhaltensweisen der Rangers absolut hoch- und über gezüchtet. Das fängt bei der Inszenierung diesen Trupps an und schlägt sich vor allem in Dialogen wie "American rangers, cease fire, you are surrounded." - "Sir. We are completely surrounded." - "We were completely surrounded." Bann. Das macht das Werk Meta und das macht es obsolet.
Dabei sind manche der Verbalitäten gar stramm und knorke, andere dann wieder Geschwafel, Geseier, teils auch wie in absichtlich schlechter Synchronisation über eigentlich stumm funktionierende Szenen im Nachhinein drüber gelegt; als hämischer Kommentar zum eigenen Geschehen oder als sich lustig machende Betrachtung von außen, als Verhohnepipelung des selber Produzierten. Das sind allerdings nur Phasen, der Film hat keinen einheitlichen Ton, und er ist auch nicht spannend oder aufregend im eigentlichen Sinne, auch wenn mittig bei der Stürmung des zwischenzeitlichen Hauptquartiers der Terroristen wieder das gesamte Lager in alle Einzelteile gebombt wird und die Wachmannschaft empfindlich dezimiert. Eine homoerotische Rückblende zu einem eigens für den Film geschriebenen Titelsong leitet die zweite Hälfte des Szenarios ein, nun befindet man sich auf dem Zug des Todes, wobei der Oberbösewicht seine Kabine mit Tigerfellen an den Wänden, Zebramöbeln und einer alten roten Pufflampe dekoriert hat und der Con Rail selber und dessen zunehmend langweilige Fahrt nur aus Gesabbel und Archivaufnahmen vom Dangerous Zone (1996) besteht.