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Captain Seafields´ Vater wurde von einem Wassermonster ermordet , als die beiden , bei einer Angeltour , 6 Meter vom Strand entfernt mit ihrem Kajak auf Grund liefen . Also engagiert er die Kampfspezialisten Sean Shaughnessy und Dick Flynn sowie die Sonar Expertin Nedge(croft) Pepsi - kurz : Das Team des Jahrhunderts ! - um sich an dem Monster zu rächen . Gemeinsam begeben sich die Monsterjäger an den Strand und nach einigen ( ganz wörtlich zu nehmenden ) durchkreuzten Plänen , gelangt er mit einer Geisterarmee in das Unterwasserreich des Untiers ...  

Bei " Lake Michigan Monster " haben wir es mit einer ziemlich wilden Mischung zu tun , die so wirkt , als hätten die Jungs von Monty Phyton versucht eine Lovecraft Geschichte im Stile eines Monsterfilms der 1950er Jahre und mit den Stilmitteln des Stummfilms zu erzählen . 
Dabei macht er keinen Hehl daraus , dass er ein B-Film ( oder schon ein Amateurfilm ? ) ist , sondern kokettiert mit seinen Unzulänglichkeiten . Die zahlreichen Computereffekte ( vom sprechenden Kopf von Seafields´Bruder auf einem Stock über eine sinkende Fähre bis zu einer Seemannskiste , die sich als " Batman " artiger Geheimfahrstuhl entpuppt ) sehen natürlich nie überzeugend aus , passen aber zur verrückten Erzählweise des Films .  
Von der Geschichte sollte man allerdings nicht zu viel ( und auch keinen echten Horror ) erwarten , doch ein verdammt dynamischer Schnitt und jede Menge kruder Ideen sorgen dafür , dass keine Langeweile aufkommt . 
Schauspielerisch ist das " Team des Jahrhunderts " jetzt nicht das " Schauspielteam des Jahrhunderts " , doch das tut auch kaum etwas zur Sache , denn Ryland Tews ( Hundreds of Beavers ) als Seafield stiehlt all den anderen Beteiligten sowieso in praktisch jeder Szene die Show . Sein Captain Seafield ist ein so abgedrehter , Schwachsinn erzählender , aber dennoch sympathischer Lügner , dass es eine wahre Freude ist ihm zuzusehen . Ob er regelmäßig während besonders ernst wirkenden Augenblicken von unbedeutenden Personen ( einem Lehrer aus der Schule oder einem Totengräber vom Friedhof ) verscheucht wird wie ein kleines Kind , er plötzlich aus einer ( ungesehenen ) Bodenklappe auftaucht oder mit Eis am Stiel in den Taschen auf dem Golfplatz aufkreuzt um Frieden mit seinen davongelaufenen Teammitgliedern zu schließen - da blieb bei mir kein Auge trocken .  

Fazit : „ Danger 5 „ ( falls das jemand kennt ) trifft " Ijon Tichy - Raumpilot " ( falls das jemand kennt ) trifft auf Monty Python ( kennt man hoffentlich ) trifft auf "  Sky Captain and the World of Tomorrow " trifft Stummfilm Ästhetik trifft Amateurfilm trifft das " Tonight , Tonight " Video der Smashing Pumpkins mit einem bisschen Lovecraft am Ende . Zweifellos ist das KEIN Film für die Masse , denn die wird die Nase rümpfen und zurück auf Netflix schalten . Manche werden ihn lieben , viele andere ihn nur für doof , zu bemüht und schlecht gemacht halten . Man sollte schon nichts gegen Absurditäten haben und damit klar kommen , wenn eine Geschichte keinen echten Sinn ergibt . Ich würde jedenfalls gerne noch ein weiteres Abenteuer von Captain Seafield erleben ... 

*** Der Film wurde im englischen Original gesehen !!!!

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