Review
von Leimbacher-Mario
Leakquency
„The Call“ ist ein südkoreanischer Thriller (mittlerweile auf Netflix zu finden) über eine junge Frau, die einen mysteriösen Anruf bekommt. Nicht nur aus ihrem eigenen Haus, sondern vor allem aus der Vergangenheit! Und nun wird diese spannende Standleitung für einigen Wirbel im Leben der beiden Gesprächsteilnehmerinnen sorgen - und zwar mit besorgniserregenden Folgen...
Südkoreanische Thriller - da läuft völlig zurecht genug Genrefans bereits das Wasser im Mund zusammen. „The Call“ ist ein weiterer guter - kann meiner Meinung nach jedoch nie in die oberste Riege dieser Kategorie stoßen. Recht eindeutig nicht sogar. Das Duell der beiden Frauen, die Veränderungen in der Zeitschiene, alles irgendwo zwischen „Frequency“ und „Butterfly Effect“ mit heftigerem Psychothrillereinschlag gerade gegen Ende, hochwertig produziert und ohne Leerlauf - das hat alles schon definitiv Hand und Fuß, weiß zu unterhalten. Erst recht wenn man es mit Logik (wie es bei diesem Thema gar nicht anders geht) nicht allzu genau nimmt. Dennoch wollte der Funke irgendwie nie ganz überspringen. Vielleicht verheddert man sich in zu vielen Wendungen hintenraus, vielleicht kommen einige Charakter-180s zu plötzlich, vielleicht sind die Effekte zu spartanisch (oder zu platt) oder vielleicht wird die Kulturhürde auch nicht sauber genug genommen. Oder die Härte ist nicht wie erhofft oder der Grundidee werden nicht genug frische Kniffe entlockt. Oder oder oder. Wer weiß. Ich weiß nur: gut gefallen - ja. Ein Toptitel? Nein.
Fazit: weder logisch noch neu - aber doch stellenweise ein spannendes, hartes Frauenduell quer durch Zeit und Raum. Gut (genug?).