Review

Da hat man Ben Stiller, Jack Black und Barry Levingston und am Ende ist „Neid“ nicht im Geringsten das, was man aufgrund der Namen erwarten darf. Zurecht im Kino gefloppt , offenbart „Neid“ vor allem die Tatsache, dass ein grandioses Team ein zwiespältiges Drehbuch nicht wirklich retten kann
„Neid“ war teuer- das sieht man in jeder Szene. Aufwändige Kulissen perfekte Locations und aufwändige Kamerafahrten werden im minutentakt geboten. Des weiterem ist „Neid“ durch die Bank sehr skurril und nicht einmal die Darsteller wirken deplaziert. Wohl kalkuliert mimt Ben Stiller den Jedermann, Jack Black den abgehobenen Träumer und Barry Levingston übernimmt als Komödienspezi den Regiestuhl. In Nebenrollen dürfen Rachel Weisz und Christopher Walken chargieren.
Tim Dingman (Ben Stiller) ist ein Jedermann und der beste Freund von Jack Vanderpark (Jack Black). Eines Tages erfindet Jack ein Spray mit dem man Kot auflösen kann. Jack wird stinkreich, Tim’s Freundschaft schlägt um in Neid, da er seiner Familie nicht das bieten kann, was Jack erreicht hat. In dem zwielichtigen J-Man (Christopher Walken) findet Tim einen zweifelhaften Verbündeten.
Desöfteren redet man sich ein, dass ein Essen schmeckt, wenn man nur die besten Zutaten aneinander reiht. Bei „Neid“ funktioniert das selbe Prinzip mühelos. Unterm Strich haftet diesem Film doch ein fader Beigeschmack an. Hier eine Prise Situationskomik, dann die durchaus reizvolle Grundidee, dort ein Würfel skuriller Ideen und die hochkarätigen Komiker, ein Löffel Gesellschaftskritik ist obligatorisch und am Ende eine Idee extravaganter Bildkompositionen . Daraus kann eine anspruchsvolle Komödie entstehen, schlimmstenfalls belangloses Gelächter. „Neid“ bietet unterm Strich alle Ingredienzien, macht aber unterm Strich nicht im Geringsten satt. Es verhält sich ungefähr, wie das im Film angesprochene „Flan“ einer exquisiten Süßspeise, die nahrungstechnisch völlig für die Katz ist, aber leicht bekömmlich und edel zubereitet wurde. Dort wird eine scheinbar harmonische Famlienidylle vor riesigen Stomspannanlagen gezeigt, oder beim Feiern in einem lächerlichen Mosquitozelt. Dort ein paar absurde Bewertungstabellen, die für einfachen Angestellten die Welt bedeuten. Im zweiten Drittel des des Films bevölkern dann übertriebene Statussymbole die Leinwand, die unseren Held in das titelgebende Stichwort treiben lassen. „Neid“ ist mitunter lustig, stellenweise boshaft, am Ende jedoch immer unerträglich versöhnlich. Im Endeffekt ist dieser Film ärgelicherweise doch vor allem unausgewogen und verkrampft. „Neid“ fehlt einfach eine klare Linie, eine schlüssige Klimax die die gezeigten Ereignisse zu einem sinnvollen Ende bringen. Die titelgebende Missgunstorgie kommt im Endresultat nur in ein oder zwei Szenen zum Tragen, ansonsten wird auf Zeit gespielt und auf bewährte Kalauer gesetzt. Es verhält sich beinahe wie in einem schlechten Actionfilm, der langweilt, da die gezeigten Stunts und Explosionen nur ihren Selbstzweck erfüllen. Bei „Neid fallen diese Explosionen zudem recht schwach aus. Darüber hinaus haftet „Neid“ eine durchweg künstliche Atmosphäre an, die im Zwiespalt zu Ben Stillers Jedermann-Charakters steht.
Was bei „Wag the Dog“ (1996) noch mühelos funktioniert hat, scheitert in „Neid” auf höchster Ebene. Ein unentschlossener Plot lenkt die Story unnötigerweise ständig vom eigentlichen Fokus. Ben Stiller und Jack Black geben ihr bestes, können allerdings nicht verhindern, dass diese Komödie das Schicksal erleidet, was Komödien nie erleiden dürften. „Neid“ wirkt bemüht komisch und ist unterm Strich komisch bemüht.

Daran werde ich mich noch lange erinnern
Der TV-Werbespot, in dem die Kacke zensiert wird

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