Ach Mensch! Es hätte so schön werden können, denn die Voraussetzungen waren gut. Ben Stiller und Jack Black, zwei Komiker-Ase des modernen Hollywood-Films, raufen sich zusammen, um in "Neid" ihre wunderbare Art und Weise, den Zuschauer zum Lachen zu bringen, gegenseitig auszuspielen. Dazu gibt es einen recht talentierten Regisseur, Barry Levinson, der schon mit "Wag the Dog" sein spezielles Komödientalent unter Beweis stellte. Da hätte doch durchaus was draus werden können. Ist es aber leider nicht, denn "Neid" ist wohl eine der unlustigsten Komödien geworden, die das Kinojahr 2004 zu bieten hatte.
Zugegeben, eigentlich hätte man es sich schon bei der Story fast denken können, dass das nichts werden kann, denn diese ist doch recht bescheiden in ihrem Inhalt. Es geht um zwei Freunde, Nachbarn und Kollegen, von denen einer, eines Tages, eine revolutionäre Idee hat. Nämlich ein Spray, dass die berühmten Tretminen, in Form von Hundekacke, so mir nichts dir nichts verschwinden lässt. Und während der Erfinder daraufhin reich und berühmt wird, wird sein Kumpel immer neidischer auf ihn und seinen Erfolg, so das er sich prompt eine Racheplan ersinnt, der aber gründlich in die Hose geht... Nun gut, ein Spray mit dem man Hundekacke in Luft auflöst ist sicher eine nette Idee, aber unterm Strich sicher nur wenig Stoff für eine interessante Filmgeschichte. Zumal man sich leider auch all zu sehr auf diese Erfindung konzentriert und dabei die Figuren und Charaktere mitunter völlig aus den Augen läßt. Drehbuchschreiber Steve Adams hat sich mit seinem Filmskript jedenfalls nicht sonderlich beschäftigt, sondern es nur mit allerhand blödsinnigen und hanebüchenen Unfug zusammengekleistert, dass von vorne bis hinten enttäuscht.
Aber dumme Story hin, schlechtes Skript her, man ist ja als Komödienfreund meist dennoch guter Dinge, denn gute Gags können selbst das hanebüchendste Skript noch retten. Doch auch auf gute Gags wurde hier leider zusehendst verzichtet. Zwar halten sich die Fäkalgags, trotz der Thematik, eher in Grenzen, dennoch sind die meisten Jokes hier einfach nur zäh und überhaupt nicht komisch geraten. Eigentlich zieht sich die Komik stehts nur aus dem unglaublichen Erfolg des blödsinnigen Produktes und aus dem albernen Neid des einen auf den anderen. Pointen, gekonnte Albernheiten und Lachsalven vermisst man da vergeblich, da viele Jokes so verkrampft wirken, dass sich der Zuschauer eher bedrängt und gelangweilt fühlt, als das er sich bei dem kruden Humor auf die Schenkel klopfen könnte.
Zudem fügen auch die Darsteller dem Film eher schaden zu, als das sie ihm helfen. Ben Stiller & Jack Black, beide sind in "Neid" so schwach in ihren Leistungen ausgefallen, dass man fast schon das Gefühl hat, sie wüssten von Anfang an, für was für einen Dünnpfiff sie hier unterzeichnet haben. Anscheinend hatten beide gerade Geldprobleme, anders kann man es sich jedenfalls nicht erklären, wie das passieren konnte. So unmotiviert und lustlos hat man noch keinen der Beiden gesehen. Da kann allerhöchstens Christopher Walken ein wenig der verbrannten Erde gut machen, da er als einziger seine Figur mit vollem Elan darstellt. Man sollte eben doch immer das Beste aus seiner Rolle machen, egal wie schlecht das Ganze im Endeffekt auch sein mag.
Fazit: Unlustig, vollkommen absurd und gähnend langweilig, so könnte man "Neid" am besten beschreiben. Ein schwaches Skript, in keinster Weise lustige Gags und zwei völlig unmotivierte Comedy-Stars, ergeben leider einen 90 minütigen Reinfall, den nur der gute Christopher Walken leicht zu retten weiß. Ben Stiller sollte in Zukunft jedenfalls ein wenig wählerisch bei dem sein, was er unterzeichnet und auch Jack Black hat sich mit diesem Film ein Eigentor geschossen. So einen Murks hat eigentlich keiner der Beiden in seiner Filmographie verdient und Walken (trotz seiner guten Leistung) erst recht nicht!
Wertung: 3/10 Punkte