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In Japan herrscht Panik, denn Godzilla ist mal wieder aufgetaucht... und dieses Mal ist die Riesen-Echse noch mieser drauf als sonst, denn sie kocht geradezu vor Wut: Der College-Student Kenichi Yamane hat die Theorie aufgestellt, dass der nukleare Kern Godzillas kurz davor ist zu explodieren, was den gesamten Planeten vernichten könnte. Zur gleichen Zeit erscheinen einige merkwürdige, krabbenartige Ungeheuer auf der Bildfläche, die etwa 40 Jahre zuvor durch die Verseuchung des Meeresbodens mit dem gefürchteten Oxygen-Zerstörer, mit dem Godzilla damals der Garaus gemacht wurde (siehe das 1954er-Original) entstanden sind. Die Krabbel-Viecher vereinigen sich kurz darauf zu dem gewaltigen Riesenmonster Destoroyah, welches dank Mikro-Sauerstoff-Power (don't ask!) nicht zu stoppen ist. Den japanischen Militärs kommt schließlich die Idee, Destoroyah gegen den angeschlagenen Godzilla kämpfen zu lassen, um einen atomaren Super-Gau abzuwenden. Prompt wird Godzilla Junior als Köder verwendet, um den Papi nach Tokyo zu locken, wo Destoroyah, der zwischenzeitlich erneut mutiert ist, schon auf ihn wartet... Dieser 22ste "Godzilla"-Film war von der Produktions-Gesellschaft Toho damals in Hinsicht auf Roland Emmerichs anstehendes US-Remake des Original als japanischer Abschluss der Franchise geplant, deswegen wohl auch das relativ tragische Ende mit dem Tod des Titel-Monsters... doch nach Ansicht des (gelinde gesagt) zwiespältig aufgenommenen 1998er-"Godzilla" hat man sich das wohl nochmal anders überlegt und noch einige Streifen nachgeschoben, bis 2004 dann der sehr viel überzeugendere "Godzilla: Final Wars" - vorübergehend - den Deckel drauf gemacht hat. Zum Glück, denn "Godzilla vs. Destoroyah" ist nämlich nur ein sehr müder Beitrag zur Serie geworden, dem es kaum gelingt, an einige der spaßigeren und besseren Vorgänger anzuknüpfen, die da seit dem 1984er-Neustart der Reihe "Godzilla - Die Rückkehr des Monsters" das Licht der Welt erblickt haben und bei dem selbst die inhaltlichen Verweise auf das Inoshiro Honda-Original eher fehl am Platz wirken. Recycelt wurde nämlich nicht nur wie sonst auch üblich das Kostüm der Riesenechse (die diesmal mächtig dampfend und glühend durch die Spielzeug-Sets stapft), sondern auch der Oxygen-Zerstörer aus dem allerersten Film, was den Machern die Gelegenheit gab, jede Menge Stock Footage aus dem besagten Klassiker reinzufriemeln. Viel zu viel Zeit wird eben auf diese Neben-Handlung verschwendet und viel zu ernsthaft und tragisch kommt die ganze Angelegenheit daher, so dass von unverfänglichem Entertainment schon gar nicht mehr die Rede sein kann. Dem trägt dann auch der unpassend schwermütige Score Rechnung. Über weite Strecken ist der Film dann auch einfach nur geschwätzig und langatmig und die erhofften Balgereien mit dem (zugegeben recht cool designten) Destoroyah kommen dabei verständlicherweise zu kurz, weswegen selbst echte Fans von diesem unwürdigen Finale der Reihe wohl eher enttäuscht sein werden. Recht ansehnlich sind dafür allerdings die pyrotechnischen Tricks und die detailliert ausgearbeiteten Miniatur-Kulissen geraten, die - wenn's denn mal kracht - noch ebenso charmant rüberkommen wie zu den besten Zeiten. Einige üble Billig-CGIs trüben da leider das gesamte Erscheinungsbild von "Godzilla vs. Destoroyah", die da nicht so recht mit der oldschooligen Stuntman-im-Gummikostüm-Action harmonieren wollen. Die profillosen Darsteller chargieren diesmal übrigens auffallend schlecht, was einem stellenweise selbst für die Verhältnisse japanischer Monsterfilme extrem auf die Nüsse geht.

4/10

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