Review

Wenn man sich die Story von „Tempted“ betrachtet, wird sie einem von den Grundzügen her hinlänglich bekannt vorkommen … derartige „Femme-Fatale“- und „Film-Noir“-Elemente bieten jedoch allgemein (im Rahmen einer gelungenen Umsetzung) trotz der x-ten Variation ein positives Sehvergnügen – so auch in diesem Fall...

Charlie (Burt „Driven“ Reynolds), ein reicher Geschäftsmann, ist mit einer wunderschönen jüngeren Frau (Saffron Burrows aus „Deep Blue Sea“) verheiratet, traut seinem Glück jedoch nicht so ganz, weshalb er dem jungen Zimmermann Jimmy (Peter Facinelli – TV´s „Fastlane“ / „Scorpion King“) ein unmoralisches Angebot unterbreitet:
Für 10.000 Dollar soll jener seine Frau verführen, bei Erfolg bekommt er weitere 40.000 als Prämie…

Anfangs weigert sich Jimmy, doch als er sein „Ziel“ erst einmal vor sich sieht, lässt er sich auf den „Job“ ein – mit Erfolg. Trotzdem erzählt er Charlie, seine Frau wäre treu geblieben, damit dieser sich keine Sorgen machen müsste. Der weiß jedoch inzwischen von der Wahrheit, weshalb er Jimmy für seine Lüge und den Verrat zusammenschlagen und bedrohen lässt – nun soll dieser seine Frau wegen des Vertrauensmissbrauchs umbringen…

Auf einem Friedhof soll ein Überfall vorgetäuscht werden, doch Jimmy bringt es nicht übers Herz, weshalb ein guter Freund von ihm den Job übernimmt – am Ende jener Nacht gibt es dann zwei Leichen, und die Karten sind neu gemischt…

„Only a fool would believe he could trust a woman – and only a fool would try“ heißt es im Pressetext von „Tempted“, und genau diesem klassischen Schema folgt der Film dann auch. Ich habe bei meiner Inhaltsbeschreibung etliche Handlungselemente bewusst weggelassen, um Spoiler zu vermeiden – denn auch noch nach der (o.g.) Friedhofs-Szene gibt es bis zum blutigen Showdown in den Sümpfen noch etliche Twists und Wendungen.

Die schwüle Atmosphäre von New Orleans bietet den idealen Rahmen für eine derartige Handlung, was bereits im stimmungsvollen Intro (gesprochen von Reynolds) passend hervorgehoben wird.
Die Schauspieler machen ihre Sache gut, wobei vor allem Altstar Reynolds überzeugend herausragt. Saffron Burrows ist natürlich eine Schönheit, weshalb man Jimmy gut verstehen kann, doch auch ihr Charakter ist etwas mehrschichtiger als bloß „Opfer“ oder „geldgierige Ehefrau eines älteren Mannes“. Facinelli macht seine Sache okay, ist aber passend besetzt worden.

Die Regie ist unspektakulär, aber fokussiert – auch in den Verführungssequenzen. Man hätte vielleicht etwas mehr aus dem schwül-erotischen New-Orleans-Setting herauskitzeln können, doch als „negativ“ würde ich dieses Punkt nicht anführen.
Als unnötig empfand ich jedoch eine Nebenhandlung um Jimmy´s Kumpel (Eric „Crow 3“ Mabius), bei der es um einen Mord in der homosexuellen Szene der Stadt geht – dieses Element wäre nicht nötig gewesen, obwohl seine Figur schließlich eine entscheidende Rolle spielt.

Insgesamt erfindet „Tempted“ das Rad in diesem Genre-Bereich nicht neu, bietet aber auf unspektakuläre Weise solide und gute Unterhaltung mit einigen kleinen Schönheitsfehlern und unausgeschöpften Potenzialen – im Endeffekt also kurzweilige Unterhaltung ohne größere Ansprüche, aber doch einen Blick wert … 6 von 10.

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