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Smartphones und die darauf befindlichen Apps mögen den Alltag zwar in einigen Belangen erleichtern, doch sie sind Fluch und Segen zugleich. Im italienischen Horrorfilm „You Die“ natürlich Erstgenanntes, - wie vor ihm bereits verfluchte Programme oder gar Videokassetten untermauerten.

Eine verfluchte App macht die Runde, von der selbst im Darknet kaum etwas erwähnt wird. Nur 24 Stunden bleiben dem entsprechenden Nutzer, die App „You Die“ weiterzuleiten, bevor er das Zeitliche segnet. Studentin Asia ist ebenfalls betroffen und muss zunächst ihr Umfeld überzeugen, dass die Toten, die sie durch ihr Handy sieht, tatsächlich existieren…

2016 versuchte der ebenfalls recht durchschnittliche „Bedeviled – Das Böse geht online“ eine ähnlich gestrickte Thematik mit Geistern zu verknüpfen. Dabei ist die Idee mit der paranormalen Sichtweise via App definitiv ausbaufähig, doch hier kommt man leider nicht über den Einsatz gängiger Erscheinungen hinaus, die entweder leichenblass über den Flur huschen, in Form eines weiß gekleideten Mädchens am Ende eines Korridors stehen oder sich aus der Ecke eines Zimmers nähern.

Da sind zwar ein paar leicht gruselige Momente auszumachen und der düstere Einstieg in einer fast gänzlich verlassenen U-Bahn-Station schürt eine unheilvolle Atmosphäre, doch auf Dauer ermüdet der eindimensionale Einsatz solcher Motive. Asia und ihr Umfeld taugen nur bedingt zum Mitfiebern, zumal diese Konstellation eher überschaubar bleibt und Figuren, die zunächst ebenfalls von der App betroffen sind, im Verlauf kommentarlos aus der Erzählung verschwinden.

Das Nachforschen durch einen IT-Spezialisten bleibt da eher witzlos und die Funktion einer Psychologin unterbelichtet, während nur wenig vom Background der App durchsickert.
Alternativ hätte man einen Fokus auf moralische Befindlichkeiten richten können, ob man das eigene Schicksal hinnimmt oder sich einen kleinen Spielraum verschafft, indem man die App weiterleitet und damit ein weiteres Los besiegelt, doch auch hier bleibt der Stoff oberflächlich.

Dazu passen die meist eher belanglosen Dialoge und auch die Lokalitäten in Turin fördern nur selten atmosphärische Momente zutage, etwa in einer leeren, heruntergekommenen Straße oder in unübersichtlichen Tunnelsystemen. Was hingegen auf dramaturgischer Ebene zu kurz kommt, ist die Dringlichkeit des Handelns, die tödliche Intensität, denn diesbezüglich hat es die Erzählung alles andere als eilig, was der enttäuschende Showdown, einschließlich Auflösung deutlich unterstreicht.

Die kaum markanten, allenfalls zweckmäßig performenden Mimen und der eher unauffällige Score tragen nicht unbedingt zum nachhaltigen Erlebnis bei und so verkommt die tödliche App zu einem leicht zweifelhaften Gruselvergnügen, dem es an spannenden Szenen, Kreativität, blutigen Einlagen und Momenten zum Mitfiebern mangelt. Da wurden recht ähnlich gelagerte Prämissen bereits weitaus effektiver umgesetzt.
4,5 von 10

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