Man lernt nie aus
„Palmer“ erzählt von einer besonderen Freundschaft und Verbindung eines gerade aus dem Gefängnis entlassenen Mannes mit einem kleinen Jungen, der etwas anders ist und gerne Mädchenklamotten trägt…
Männer, die auf Vorurteile starren
White Trash mal ganz gefühlvoll, „Palmer“ gibt Justin Timberlake die Möglichkeit gross und nuanciert aufzuspielen. Natürlich kennt man ähnliche verkappte „Father & Son“-Geschichten a la „Gifted“ oder „Hunt For The Wilderpeople“, dennoch hat „Palmer“ seine Daseinsberechtigung. Sehr ruhig, sehr gediegen, überhaupt nicht hektisch oder überhastet. Geht etwas verloren im Apple-Shuffle. Sollte er aber nicht. Timberlake ist der Star und einfach fabelhaft. Seine Gesellenprüfung schauspielerisch. Der kleine Kinderdarsteller ist mega süß und natürlich. Zu viel Schmalz und Kitsch wird nicht aufgetragen, selbst wenn die Richtung einem von Beginn an klar ist. Könnte auch ein Eastwood-Film sein. Vielleicht hätte man sogar noch weniger auf der Uhr am Ende haben können. Aber dann wäre womöglich etwas von der Gelassenheit und Ruhe verlorengegangen, die „Palmer“ unheimlich frisch und (trotz durchaus dunkler Themen) angenehm erscheinen lassen.
Fazit: es sind die kleinen, geraden Geschichten und Filme, die einen immer noch am meisten engagieren und berühren. „Palmer“ ist ein aufrichtigeres und ruhiges „Ex-Knacki-Drama“ über eine ungewöhnliche Freundschaft und unerwartete Vorbilder, faszinierende Wege des Lebens.