Review

Eine Arthouse-Musikdoku?!

Man hätte keine „normale“ Doku zu „The Velvet Underground“ machen können. Zu anders, zu verzahnt mit Kunst und Kultur, zu besonders und doch nischig war die einmalige Rockband zwischen Andy Warhol und weiteren Grenzgängern. Auf Apple+ versucht ein gleichnamiger Dokufilm ein wenig Licht auf das vielseitige Enigma „The Velvet Underground“ zu werfen - in einem anspruchsvollen, wunderschönen Stil, der den (mittlerweile meist verstorbenen) Mitgliedern und Kompagnons dieser Zeit sicher gut gefallen hätte…

„The Velvet Underground“ war für mich nie eine normale Musikgruppe, Rockband, Erscheinung. Immer hing mehr dran, wie ein bezaubernder Rattenschwanz aus Kunst, Kultur und menschlicher Karambolage. Einige Alben, Cover und Einflüsse sind zeitlos stark bis legendär, gehören definitiv in jede gut sortierte Plattensammlung. Doch wie gesagt: „The Velvet Underground“ ging weit über ihren künstlerischen Output, über einzelne Musiker und Menschen hinaus. Und das packt diese Doku auf Apple+ sehr passend in Bilder, Formen und Montagen. Das mag anfangs etwas artsy und anstrengend wirken. Näher an Godard oder Truffaut als an heutigen Sehgewohnheiten (was eigentlich Lob genug sein sollte). Lässt man das jedoch erstmal zu sich durchdringen und auf sich wirken, hätte man diesem Phänomen kein besseres Denkmal bauen können. Und selten hat sich eine Wiederentdeckung und ein Revival artistisch und seelisch für mich mehr gelohnt, als sich mal wieder mit „The Velvet Underground“ zu beschäftigen.

Fazit: passend zur Band, Musik, Epoche. Ein avantgardistisches Kunstwerk in sich. Rebellisch, rau, wunderschön. Anspruchsvoll und künstlerisch wertvoll. „The Velvet Underground“ wird seinem herausfordernden Subjekt gerecht - und ist für Filmfans auf Anhieb eine der essenziellen Musikdokus! 


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