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Die junge Sandy jobbt als Bardame in Vegas und träumt von der großen Liebe. Als sie ein schmieriger Showsänger nach kurzer Affäre in die Wüste schickt, landet Sandy ebendort, nämlich in der Wüste. Ihre Mitbewohnerin Libby, ihres Zeichens Stripperin, erzählt ihr von einer feministischen Kommune an der Grenze zu Mexiko. Die Anführerin Grace führt ein strenges Regiment und die oberste Regel lautet: keine Männer auf der Ranch. Davon ausgenommen ist nur der alternde Stuntreiter Monti, der sich um die Rosse der Girlgang kümmert. Desillusioniert aber entschlossen schließt sich Sandy den männerhassenden Nymphomaninnen an. Als sie aber erkennt, dass Lynchjustiz und Drogenschmuggel den Alltag der Gemeinschaft bestimmen, beginnt Sandy sich zu fragen, ob sie am rechten Platz ist.


Was nach würziger Exploitation-Kost im Fahrtwind der sexuellen Revolution klingt, ist auf den ersten Blick auch nichts anderes.
Sex und Gewalt sind ganz klar die Hauptzutaten dieser Genre-Spezialität, wobei erstere weitaus großzügiger dosiert ist. Wenn sich bereits in der Eröffnungsszene die großbusige Sandy zum Verbinden einer Wunde ihre Bluse vom Leib reißt, sollte praktisch kein Zweifel mehr darüber bestehen, mit welcher Art Film man es hier zu tun hat. Im weiteren Verlauf der Erzählung bereichern dann noch orgiastische Fiestas und Heuboden-Gymnastikeinlagen den Sleazelevel. 

Der Blutgehalt fällt wie bereits angedeutet ungleich geringer aus; zwar hinterlassen die gesetzlosen Cowgirls die eine oder andere Leiche, zu expliziten Gewaltdarstellungen kommt es aber bis auf kleinere Gore-Einsprengsel nicht, und selbst diese fallen eher durch unfreiwillige Komik auf. Auf technischer Seite ist der niedrige Produktionsstandard deutlich spürbar und versprüht mit wackeligen Zooms und dürftiger Ausleuchtung den unverkennbaren Grindhouse-Charme der Ära.

Trotz seiner durchaus generischen Natur sticht dieser unscheinbare Film aber als kleines Kuriosum unter den unzähligen artverwandten Werken hervor, was im wesentlichen Setting und Besetzung geschuldet ist. Als Hauptdrehort wählte Regisseur Al Adamson die berühmt-berüchtigte Spahn Ranch, auf der sich einst schon Jane Russel in "The Outlaw" als Bad Girl behauptete und die zur Drehzeit als Hauptwohnsitz der Manson Family diente. 

Die Rolle des Monti wiederum wurde mit keinem geringeren als Horrorlegende Lon Chaney Jr. besetzt, dem Adamson nach einer Kollaboration in "Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein" hier seinen allerletzten Filmauftritt beschert. Für Fans des Mimen und der Universal Monsters-Reihe ein zugegeben trauriger Schwanensang, nicht zuletzt weil Chaney sichtlich und hörbar von Sucht und Krankheit gezeichnet ist. Nichtsdestotrotz verkörpert der Veteran die Figur mit bekannter Präsenz und Würde und hat die entschieden tiefgründigste Rolle zugeteilt bekommen.

Wenn die Sonne hinter der Spahn Ranch untergeht, sprich am Ende des Tages bleibt mit "The Female Bunch" aber kaum mehr als Exploitation im Mittelmaß zurück.  Die populäre "Bad Girl"-Thematik wird vergleichsweise uninspiriert ausgeführt und reicht nicht über simple Männerfantasien von freigeistigen Frauen hinaus. Ein feministisches Pamphlet wird wohl auch kein Mensch von diesem Film erwarten, die Prämisse hätte aber Potential für ein wenig mehr Wagnis und Abwechslung im repetitiven Plot. 
Wer auf das Werk stößt, wird jedoch wohl wissen, was von diesem zu erwarten ist. Kenner wie Komplettisten sollten keine zu großen Überraschungen erfahren und werden trotz mangelndem dramaturgischen Fokus recht passabel unterhalten. 

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