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Ip Man and Four Kings, Ip Man:  Kung Fu Master, Ip Man: CrisisTime, Kleinstproduktionen, die mit wenig Geld, manchmal auch wenig Talent und Kreativität, aber viel Ideen und vor allem a) den Wegen abseits der staatlichen Sicherheit und b) oftmals dem Wiederaufkochen und so Weiterbeleben von eigentlich als passe angesehenen Genres und Subgenres theoretisch auch problemlos erstmal ihre Klientel finden würden. Das Marketing wird auf jeden Fall beherrscht und die Aufmerksamkeit durch schlagkräftige Titel und ebensolche Aufmachung erzeugt, wobei man sich natürlich auch an derzeit angesagten Themen richtet und zuweilen auch bloß der schnelle und kostengünstige Trittbrettfahrer ist. [Ein einfach gehaltener Vergleich würde sich jetzt auf die Macher und Machenschaften von Asylum Pictures richten.]:

Der junge Ip Man [ Zhao Wen-Hao ] will eigentlich nur mit seiner Schulkameradin Zhao Ya-Yun [ Shao Xia ] an 20th Century Xin Si Cup Hong Kong English Speech Contest in der De Li Academy teilnehmen, sieht sich aber schnell Geiselnehmern um den kurz zuvor aus dem Gefängnis entflohenen Ma Long [ Mou Feng-Bin ] gegenüber, zu denen auch sein Freund Yu Xue-Hu [ Li Hao-Xuan ] und die kämpferische Leng Yu [ Shi Yu-Qing ] gehört. Ma Long hat es auf hohe Lösegeldforderungen abgesehen und v.a. auf Jack, den Sohn des Police Commissioner Stuart [ Jonathan Kos-Read ]. Während vor den abgesperrten Schultoren Police Chief Zhou [ Tong Xiao-Hu ] mehr oder minder hilflos versucht zu intervenieren, nimmt Ip Man die Angelegenheit selber in die Hände.

Erstaunlich für Unkundige der Materie und der Herkunft der Filme ist dabei v.a. schon die Auftaktszene, ein Start nach Maß quasi, indem nicht nur ein Gefängnisausbrauch wie aus einem Actionthriller in aller Ausführlichkeit, inklusive Schießereien mit den Wachen, ein Befreien auch der anderen Insassen als nur dem eigentlichen Zielobjekt und damit ein Schaffen von vielen Hindernissen und Bauernopfern im Tumult und auch das Werfen von Handgranaten durchexerziert wird. Sondern auch ein Durchbrechen des Außenzaunes mit dem Fluchtvehikel und eine anschließende Verfolgungsjagd durch die Stadt, weiterhin mit ordentlich Verschleiß an Patronen und einer insgesamt sowieso deutlich größer als erwartet angelegten (Eröffnungs)Kulisse, die auch in rasender Fahrt durchquert und die Flucht schließlich und endlich (vermeintlich) nur durch eine voluminöse Explosion beendet wird.

Die Explosion ist Fake, also sichtlich computergeneriert, wie auch die andere (kleinere) Detonation noch im Gefängnis davor, die Stadt ist deutlich als Studiobauten erkennbar, trotz all dem Aufwand und der Schnelligkeit dieses Intros wirken die Bilder nie richtig plastisch, sondern immer etwas dünn. Problem ist dann auch, die Stadt hier soll HK darstellen, wonach es schon im Ansatz nicht aussieht, wegen dem Mandarin als Sprache nicht so anhört und auch nicht so wirkt, der Nachteil der Quelle dieser Art von Produktionen, die natürlich mit schlechteren finanziellen Bedingungen auskommen müssen, aber deswegen auch mehr Freiheiten wie eben hier dem Gang letztlich in die Prämisse eines Stirb langsam (oder Demolition High oder doch eher Boy Soldiers) haben und zuweilen dramaturgisch interessanter und weniger einschätz- und vorhersehbar dadurch sind. Dass das Ganze rein fiktiv ist, purer Kintopp und bessere Nachmittagsmatinee und eben keinerlei biografische Züge hat, hat schon bei den 'Originalen' von Wilson Yip und Donnie Yen nicht gestört; wobei man sich hier vor allem im musikalischen Theme an die Kinoerfolge und sonst eigentlich nicht orientiert.

Dafür ist die Belagerungssituation im Period Piece Milieu umso flotter angeleiert, werden die Tore zum Gelände verschlossen, das Gebäude infiltriert und die Bibliothek vermint; Yip Man dann als Pennäler, als Twen, als Milchbubi irgendwo auch und dennoch als chinesischer McClane mit weißen Socken und roter Fliege, der die Terroristen im Einzel- und im Massenkampf auseinander nimmt und ihre üblen Pläne stört. Folgend werden ab ca. dem zweiten Viertel hier durch die Gänge geklettert und gesprintet, die bildhübschen altmodischen Möbel zerstört, Alltagsgegenstände als Waffen zur Verteidigung und zum Angriff zweckentfremdet und das holzlastige Interieur zerstört. Erste Versuche des Eindringens in die Schule (seitens von Zivilisten) werden mit Armbrüsten und besonders einer mittig aufgestellten Gattling Gun verhindert, zusätzlich eine Bombe am zentralen Springbrunnen gezündet.

In Sachen Aktion oder speziell Martial Arts macht der Film übrigens nicht allzuviel falsch, die Darsteller verstehen sichtlich ihr Handwerk, üben dies auch fleißig aus und werden von einer agilen Kameraarbeit und ebensolchen Schnitt unterstützt und ausnahmsweise auch mal nicht gestört, die Sprache der Bewegungen und die Montage der Kombinationen ist im Grunde das, was man gerade aus den Neunzigern und dem HK-Kino kennt und wo durchaus auch etwas Unterstützung durch (dann gute räumliche) Effekte, aber dennoch die Betonung auf Akrobatik und Verinnerlichung des fernöstlichen Kampfsportgenres gehört. Größere Einlagen sind natürlich buchstäblich Schall und Rauch, also nicht 'echt', und was einen vollkommen gesunden Fluß der Actionszenen zuweilen zusätzlich behindert, sind die Pausen jeglicher Art: Dialoge in geschriebener Form und auch ihr Vortrag, dazu eine Vielzahl an mäßigen bis unbrauchbaren Schauspielern, welche aber auch mit dem hier abgesonderten Sermon geplagt sind, narrativ bleibt es bei der Ausgangsidee und alles andere ist schwach, und emotional zugänglich und auf diese Art und Weise so richtig spannend ist es auch nicht. Was ähnlich bei auch bei ... Four Kings etwas erstaunlich ist, ist der Umgang mit der vorhandenen Korruption und Untätigkeit bis Unfähigkeit innerhalb der Polizei und dass der Bösewicht aus den Reihen der eigenen Landsleute, wobei bei beiden Faktoren sicherlich 'hilfreich' ist, dass die Geschichte ja in HK und nicht auf dem Festland und mit deutlich vorhandener Trivialität spielt.

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