Ein lachender Alptraum
Das Jahr 2020 war nicht wie erhofft, nicht wie erwartet,
selbst im März hätte wohl kaum einer gedacht, dass es derart ausartet.
Alles war ungewiss und seltsam, noch immer ist es das,
2020 gab es viel - aber wenig echten Spaß.
Zeit also es also trotz aller Schmerzen Revue passieren zu lassen,
und mal etwas anders zu verarbeiten, da man vieles noch immer kann schwer fassen.
„Death To 2020“ ist ein Comedy-Special der „Black Mirror“-Macher,
und will sorgen auf Netflix für ein paar düstere Lacher.
Klar ist das alles noch sehr frisch und mit Millionen Toten und weitläufigen Konsequenzen,
dennoch heißt es auch bei prekären Themen das Fach Humor nicht allzu lange zu schwänzen.
Denn über Corona oder die US-Wahl auch mal zu lachen,
kann es in der geschundenen Seele überraschend brauchbar lassen krachen.
Leider ist „Death To 2020“ komplett aus amerikanischer (und minimal britischer) Sicht,
dennoch vermittelt es am Ende eines steinigen Tunnels allen ein wenig Licht.
Die US-Comedians schlüpfen in klischeehafte, aber lustige Rollen,
da kriegen ihr Fett weg nahezu alle gesellschaftlichen Knollen.
Von historischen Blendern über egoistische Tech-Milliardäre bis zu „ganz normalen“ Müttern aus der Mitte,
gibt’s hier ordentlich Dampf auf den unnötig extremen Sack und Titte.
Der Weg auf dem wir gehen ist schmal und gefährlich,
doch man muss schon zu allen Seiten sein gleich hart und ehrlich.
Und es tut einfach unfassbar gut mal nicht alles super ernst zu sehen,
und vielleicht kann ein gemeinsames Lachen ja sogar mehr als man denkt beitragen zum gegenseitigen Verstehen.
Jetzt heißt es jedenfalls erstmal die Seuche zu besiegen,
und da kann es nicht helfen sich politisch und gesellschaftlich zu bekriegen.
„Death To 2020“ ist ein knackiges, einstündiges Spezial,
dem man eigentlich nur vorwerfen kann, dass ihm der Rest der nicht-englischsprachigen Welt scheint gehörig egal.
Ansonsten hat mir diese Session mein Neujahr definitiv verschlankt,
und ich habe ein längst überfälliges Lachen zu diesen Themen getankt.
Fazit: es tut erstaunlich gut über dieses schreckliche Jahr zu lachen. Oder zumindest zu schmunzeln. Wenn man Amerikaner ist. Oder zumindest Brite... „Death To 2020“ der „Black Mirror“-Schöpfer hat definitiv seine Momente, ist enorm aktuell + kurzweilig, liefert die nötige Portion Humor und Backpfeifen, die wir nach dieser (leider in fast allen angesprochenen Belangen noch gar nicht abgeschlossenen) Phase benötigt haben. Ein dunkler Rundumschlag. Der aber mit internationalen Absätzen noch viel abwechslungsreicher, bunter, runder und lustiger hätte sein können. Insgesamt dennoch ein witziger Mittelfinger.