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Ein außerirdisches Wesen möchte sich im Gewässer der Erde einnisten, doch weil die Menschen die Meere verschmutzen, fordert das Wesen, dem die Erdlinge zudem als Nahrung dienen sollen, die freiwillige Aufgabe, aber Gamera ist ja auch noch da und so kommts zum Kampf.

Die Botschaft des Filmes lautet "Umweltverschmutzung ist nicht gut" und während die Konkurrenz von TOHO mit "Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster" 1971 zu dieser Thematik einen sehr unterhaltsamen und skurrilen Beitrag innerhalb der Godzilla-Reihe ablieferte gibts bei DAIEIs im selben Jahr entstandenen "Gamera gegen Zigra" ein gewöhnungsbedürftiges Kinderabenteuer.
Wie schon bei den vorherigen Gamera-Streifen sind zwei Kinder die Hauptfiguren, die diesmal jedoch nicht aus zwei Knaben, sondern aus einem japanischen Bengel und einem amerikanischen Mädchen bestehen, die noch jünger als die bisherigen Kinder sind und dem erwachsenen Zuseher einiges an Nerven kosten.
Der Plot mit den außerirdischen Invasoren ist keineswegs neu und ihr wurde sich in der Gamera-Reihe schon des Öfteren bedient. Trotzdem weist die Geschichte hier ein paar gute Ideen auf. So meint man anfangs, es mit einer der üblichen weiblichen Spaceladies zu tun zu haben, doch später stellt sich heraus, dass diese lediglich eine gefangene und hypnotisierte Erdenfrau ist, die von Zigra zur willenlosen Dienerin gemacht wurde. Auch der erste Auftritt von Zigra kommt recht überraschend (das Raumschiff explodiert und schwupps isser da) und seine Pläne sind ebenfalls nicht sofort zu durchschauen. Ungewöhnlich ist zudem, dass das Wesen die menschliche Sprache spricht.
Die Erlebnisse der beiden Kinder machen diesmal deutlich weniger Spaß, weil das Ganze ziemlich albern ausgefallen ist und die phantastischen Ereignisse im Vergleich zu den direkten Vorgängern deutlich abfallen. Es wird vor der Dienerin Zigras geflüchtet, die die Beiden töten soll, was aber nie zu einer ernsthaften Bedrohung für das Leben der beiden führt, rumgealbert und mit einem U-Boot herumgeschwommen, was ebenfalls aus anderen Teilen der Reihe bekannt sein dürfte.
Ebenfalls in den Hintergrund treten die Monsterkämpfe und wenn sich die beiden Monster balgen, dann geht es meist behäbig zu Werke und ungewöhnliche Einlagen sind selten. Zigra stellt sich als eine Mischung aus Vogel und Hai heraus, der außer einem Lähmstrahl keine besondere Waffe im Repertoire hat. Da dieser ein Wasserbewohner ist, finden die meisten Duelle mit Gamera unter dem Meeresspiegel statt, wobei hier seltsamer Weise trotzdem die Feuerstrahlen der Riesenschildkröte zum Einsatz kommen. Eine witzige Situation gibt es an Land als Gamera mit einem Felsen das Gamera-Lied xylophonartig auf den Rückenzacken Zigras klimpert und mit einer Tanzeinlage abschließt, doch das ist einer der wenigen heiteren Monstermomente.
Umgesetzt wurden die Kostüme und Kämpfe in gewohnt kostengünstiger DAIEI-Art.

Insgesamt ist "Gamera gegen Zigra" ein nur selten richtig unterhaltender Beitrag der Reihe, der den vorherigen Teilen nur wenig Neues hinzufügt und somit nur bei Komplettisten eine Daseinsberechtigung im Filmregal haben dürfte.

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