Kirchenhorror gibt es wie Sand am Meer. Hauptsächlich geht es dabei um die gruseligen Missstände des Vatikans, die am liebsten niemand wissen sollte. Entsprechend fröstelt es dann auch dem Zuschauer, wenn er dabei zusehen darf, wie ein Exorzismus abläuft oder der Teufel persönlich den Gottesmännern das Fürchten lehrt. Oder er schläft sofort ein. Denn neben einigen guten Streifen des Genres gibt es auch (viel zu) viele Blindgänger im Genre. "Sin Eater" ist dabei einer der Lahmsten.
"Sin Eater" hat im Grunde eigentlich eine ganz interessante, ins Konzept des Genres passende, Story zu bieten. Doch was nutzt es, wenn es an der Umsetzung so hakt?
Die Handlung ist wirr, vorhersagbar und hat keinerlei Spannung zu bieten. Alles dümpelt die viel zu langen 98 Minuten nur so vor sich hin und kommt nicht vom Fleck. Neue Ideen gibt es kaum und dazu gibt es Dialoge aus der tiefsten Mottenkiste und Special Effekts der billigsten Sorte!
Und vor allem die Schauspieler sind daran Schuld, das aus dem ganzen Unterfangen nichts wird. Nicht das es sich unbedingt um schlechte Darsteller handelt, aber sie sind so derartig fehlbesetzt, dass man sich nur fragen kann, wie das passieren konnte. Heath Ledger kann seiner Rolle nicht den kleinsten funken Glaubwürdig abringen. Müde stapft er von Szene zu Szene ohne Recht zu wissen, was er eigentlich tun soll. Benno Fürmann zeigt sich bei seinem ersten Hollywood-Versuch auch nicht gerade von der besten Seite und Mark Addy verkauft sich hier viel zu sehr unter Wert. Allesamt sollten sie sich von okkulten Horror-Streifen in Zukunft fern halten.
Fazit: Müder, unspektakulärer Kirchen-Horrorstreifen, der durch seine fehlbesetzten Darsteller und der stümperhaften Inszenierung viel von seinem anfänglichen Reiz verspielt. Wer wirklich alles sehen will und unter Schlafstörungen leidet, kann sich das ganze zwar mal ansehen, alle anderen sollten sich aber fern halten.
Wertung: 3,5/10